Arbeiten in Blender

Lernkurve © Copyright 2021 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Obwohl Blender gerade am Anfang wirklich schwierig zu handeln ist, wird das mit der Zeit definitiv besser. Um aber nicht vorzeitig aufzugeben, empfehle ich, sich Hilfe zu holen – sei es über Workshops, Tutorials oder – was mir am meisten geholfen hat – eine Gruppe Gleichgesinnter. In Foren zu posten, kann helfen, aber wenn man/frau das nicht regelmäßig macht, ist das eben relativ unpersönlich.

Artikel: „Mein Einstieg in Blender“

Der folgende Artikel sollte evt. in der Zeitschrift LinuxUser erscheinen. Da er dafür aber etwas zu persönlich ist, möchte ich ihn hier posten:

Anfänge in dem 3D-Programm Blender: Ein Bericht

3D-Programme sind generell nicht einfach in der Handhabung. In diesem Artikel berichtet der Autor, wie er nach vielen Umwegen dennoch einen Zugang fand.

Nachdem ich – das war 1998 – mit SoftFX bereits einen ersten Ausflug in dei 3D-Grafik gemacht und sogar einfache Animationen gerendert hatte, stieß ich so um 2000 auf das Open-Source-Programm Blender (https://www.blender.org), und da ich immer wieder Phasen hatte, in denen ich mich für 3D-Grafik interessierte – so auch kurz für den Renderer POV-Ray (https://www.povray.org) – installierte ich mir Blender kurzerhand.

Begriffserklärung: Rendern

Rendern ist ein in der 3D-Grafik gebräuchlicher Begriff, der das Berechnen einer fertigen 3D-Grafik aus den im 3D-Programm erstellten Rohdaten beschreibt. Ganz allgemein bezeichnet Rendern einfach das Berechnen einer Grafik. Aber auch bei der Darstellung von Schriften spricht man von Rendern.

Wie ich aber bald feststellen mußte, war Blender – ich hatte damals noch Windows 98 installiert – alles andere als intuitiv zu bedienen. So schaffte ich es nur, einfache 3D-Szenen zu modeln und zu rendern; dann gab ich ob der Komplexität von Blender jedoch wieder auf. Die sollte sich in den folgenden Jahren wiederholen

Begriffserklärung: Modeln

Modeln kommt von Modeler; das ist der Teil des 3D-Programms, mit dem man die 3D-Szenen erstellt, die anschließend gerendert werden (s. o.).

Eine ganze Weile später – wir schreiben das Jahr 2018 und ich benutze inzwischen seit 2004 Ubuntu Linux – besuchte ich in Stuttgart ein dortiges sogenanntens Meetup zu dem CMS (Content Management System) WordPress und war von dem Meetup so angetan, daß ich spontan beschloß, ein solches für Benutzer von Blender zu gründen. Gesagt, getan. Ich hatte mich bereits bei https://www.meetup.com/de-DE/ registriert, und nachdem ich die entsprechende Gebühr bezahlt hatte, richtete ich eine eigene Seite zu diesem Meetup ein und postete auf verschiedenen Blender-Seiten, daß es nun in Ludwigsburg ebenfalls ein Blender-Meetup gäbe. (Ich hatte zum Erfahrungsaustausch kurz mit einem Mitglied des Münchener Blender-Meetups ein paar Emails ausgetauscht, um zu erfahren, was man bei einem solchen Meetup denn beachten müsse.) Nun melden sich , nachdem ich einen Raum gefunden hatte, auch einige Leute – es waren etwa acht -, so daß dem ersten Treffen nichts mehr im Wege stand.

Wie ich – beim allerersten Meetup noch etwas nervös – bald feststellen mußte, hatten die Leute, die kamen, bereits beträchtliche Kenntnisse, so dass ich meisten nur zuhörte. Das wiederholte sich auch beim zweiten Treffen. Da ich für den Raum Mitete bezahlen mußte, ergab es sich, da zwei Mitglieder an der renommierten Ludwigsburger Filmakademie studierten, dass wir fortan einen Raum im Animationsinstitut nutzen konnten, der sogar einen PC mit Beamer hatte, was natürlich definitiv ein Fortschritt war.

Ich hatte, soweit ich mich erinnere, weiter versucht, in Blender zu arbeiten und auch – das war noch vor dem Meetup – nach einem sehr guten Tutorial (https://bit.ly/34TmavG) einen fotorealistischen Ring gemodelt und gerendert (Abbildung 1). Das gab mir schon mal Auftrieb.

Abbildung 1: Ein fotorealistischer Ring

Ein Mitglied des Meetups gab mir den Tipp, ein bestimmtes Tutorial auf Vimeo durchzuarbeiten, aber trotz Hilfe kam ich einfach nicht wesentlich weiter. Solchermaßen frustriert, gab ich die Organisation des Meetups ab und beschloß, Blender erst mal links liegen zu lassen und mich wieder verstärkt dem Malen und Fotografieren zu widmen. Ich legte dann auch eine Meetup-Pause ein und verlor – für eine Weile zumindest – das Interesse an Blender.

Wie ging es nun aber weiter? Da das Malen mir wider Erwarten doch nicht soviel Spass machte, fing ich an, wieder in Blender zu arbeiten, genauer gesagt nach den ausnehmend guten Tutorials (https://bit.ly/2SdrNCi; englisch) auf YouTube. Und, siehe da: Das Arbeiten in Blender machte mir immer mehr Spaß. Nach dem bereits erwähnten Ring kam ein animiertes Tuch – meine erste Animation in Blender -, eine fallende Kette – ebenfalls animiert – und sogar eine für meine Verhältnisse schon deutlich anspruchsvollere Animation, die das in Blender integrierte Partikelsystem benutzte (Abbildung 2).

Abb. 2: Eine in Cycles, den in Blender integrierten Renderer, gerenderte Partikel-Transformation.

Aktuell arbeite ich, nachdem ich eine fiktive Zigarettenpackung entworfen habe, an dem Flakon von Chanel No. 5 – wie jemand im Blender-Meetup meinte, doch eine Herausforderung. Ich nehme auch wieder an den Meetups teil, die aufgrund er Corona-Pandemie momentan nur online stattfinden. Dabei benutzen wir die Meetings-Software Discord (https://discord.com/brand-new), die imho absolut schick ist; viel besser als beispielsweise Zoom. Glücklicherweise gibt es ja einen Discord-Client für Linux, den ich mir voriges Jahr installiert habe. Über Discord kann man Dateien teilen, Video-Konferenzen abhalten, Fragen posten, Nachrichten an einzelne Teilnehmer schicken u. v. a.m.

Der Autor:

Claus Cyrny macht seit 1996 Grafik und beschäftigt sich seit 1998 auch mit VisualFX. Er ist auch bei der alljährlichen Konferenz FMX in Stuttgart als Journalist akkreditiert. Linux benutzt er seit 2002. Hobbys sind Bloggen, Gitarre spielen, Malen und Fotografieren.

Weiter mit Chanel No. 5 (8)

Nachdem ich meine aktuellen Probleme mit dem Parfum-Flakon in Discord gepostet habe, hat sich ein Mitglied unseres Blender-Meetups die Datei mal angeschaut. Ergebnis: Die Geometrie des Flakons war 4 x (!) vorhanden, die des Parfums immerhin 2 x. Außerdem war der untere Teil des Flakons unter die Ebene, auf der er eigentlich hätte stehen sollen, gerutscht, so daß die Unterseite natürlich nicht gerendert wurde, was allerdings in der perspektivischen Ansicht nicht sichtbar war (in der Vorderansicht aber schon).

Und so wird der Flakon nun gerendert:

Mit Cycles gerenderter Parfum-Flakon. © Copyright 2021 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Immer noch nicht fotorealistisch, aber besser als vorher.

Weiter mit Chanel No. 5 (3)

Habe im Blender-Meetup eine ganze Reihe wertvoller Tips zu meinem Parfum-Flakon bekommen. Wir haben bestimmt eine halbe Stunde, wenn nicht noch länger an dieser Szene gearbeitet. Hier nun ein deutlich verbesserter Render (oder heißt es Rendering?):

Render-Test © Copyright 2021 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Ich meine, das sieht doch schon ganz anders aus als hier.

Wieder offen?

„Holanka Bar“ © Copyright 2018 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

An sich poste ich hier ja nichts zu Corona. Da es jetzt aber so scheint, als ob die Gastronomie hierzulande wieder aufmachen würde, mache ich eine Ausnahme. Vorgestern war ich – ich wohne ja in Ludwigsburg – in Stuttgart beim Leisten-Heckmann, um einen Rahmen für ein Relief 1 zu bestellen, das ich 1995/96 gemacht habe und das ich meinem Neffen geben will. Zu meiner Überraschung war Herr Heckmann, der mich ganz freundlich bedient hat, immer noch der Inhaber. Wir haben uns dann – das Relief ist in Schwarz – für einen ebenfalls schwarzen Rahmen mit Schattenfuge und Silberrand entschieden. Nachdem ich wieder gegangen war, wollte ich – der Leisten-Heckmann ist in der Sophienstraße – in einem Café in der nahegelegenen Christophstraße einen Cappuccino trinken. Die junge Frau, die dort bedient hat, hat mir jedoch gesagt, ohne Impfbescheinigung oder Test könnte ich nicht dableiben. Und: Sie hat mich an eine Teststation in der Tübinger Straße ganz in der Nähe verwiesen. Nachdem ich mich dort aber angestellt hatte und mir nach etwa fünf Minuten klar geworden war, daß ich bestimmt eine Viertelstunde würde warten müssen, bin ich kurzerhand wieder gegangen. Nun hoffe ich, daẞ auch hier in Ludwigsburg die Gastronomie wieder aufmacht, so daß ich mal mit meiner Nachbarin beim Bäcker und Konditor Trölsch einen Kaffee trinken kann. Außerdem würde ich mich freuen, wenn der „Blaue Engel“, der direkt neben der Filmakademie liegt, wieder aufmachen würde und wir vom Blender-Meetup uns mal wieder dort treffen könnten.

1 Bei diesem Relief handelt es sich um eine MDF-Platte 30 x 40 cm, auf die ich Molto Fill aufgespachtelt und dann modelliert habe. Anschließend habe ich das Ganze mit Acrylfarbe – Schwarz und Dioxazin-Purpur – übermalt. Zu den Bildern, die ich in dieser Zeit – 1995/95 – gemalt habe, seht bitte auch folgenden Beitrag.

Discord

Das Login von Discord in Firefox 88.0

Man/frau kann sich bei Discord ja entweder über eine installierte Anwendung einloggen (gibt es auch für Linux, entweder als .deb oder als .tar.gz) oder eben über den Browser (s. o.). Ich persönlich logge mich praktisch ausschließlich über die Anwendung ein. Von all‘ den Programmen für den Online-Austausch gefällt mir Discord, das ich kennengelernt habe, weil unser Blender-Meetup das benutzt, am besten. Es ist wirklich intuitiv und sehr übersichtlich, und ich kann, wenn ich mich beispielsweise im Blender-Meetup eingeloggt habe, zwischen verschiedenen Kanälen auswählen. Ich kann anderen Usern private Nachrichten schicken, kann Links oder sogar meinen ganzen Bildschirm teilen und Grafiken posten. Fazit: Ich finde Discord wirklich toll.

Ubuntu MATE 20.04: Nvidia-Treiber

Screenshot: Meine Grafikkarte wird endlich erkannt. 😉

Ich erinnere mich nur noch vage, daß voriges Jahr – ich habe Ubuntu MATE 20.04 installiert – auf einmal mein Philips-Monitor nicht mehr erkannt wurde. Damals habe ich dann – warum, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr 🙁 – den proprietären Nvidia-Treiber deinstalliert und seitdem den „Nouveau“-Treiber von Xorg benutzt. Bis heute jedenfalls. Nachdem ich aber wegen eines Problems in Blender im Discord-Kanal unseres Blender-Meetups gepostet habe, habe ich doch wieder den Nvidia-Treiber „460“ installiert, und seitdem wird auch wieder meine Grafikkarte – eine GeForce GT 710 von Nvidia – korrekt gelistet (s. o.).

P. S.: Wie mir jemand im englischsprachigen Ubuntu-Forum geraten hat, nie den Treiber installieren, den man sich bei Nvidia herunterladen kann, sondern den unter Ubuntu verfügbaren. Dazu ins Kontrollzentrum gehen und dort auf Zusätzliche Treiber klicken.

Blender: Shader-Experiment

© Copyright 2021 by Tonio (@mrFryDay). Mit freundlicher Genehmigung.

Dieses ausnehmend schön geshadete Model hat Tonio (@mrFryDay) vom Ludwigsburger Blender-Meetup in unserem Discord-Kanal gepostet. Hier noch das Setup der Shader (für eine größere Version einfach aufs Bild klicken):

© Copyright 2021 by Tonio (@mrFryDay). Mit freundlicher Genehmigung.