Gimp 2.10.18: Figur freistellen (2)

Ein kurzer Nachtrag zu meinem Beitrag „Gimp 2.10.18: Figur freistellen“. Bei der Bluebox im Gimp stellt man/frau die Grenzwerte ein, um ein sauberes Auskeyen zu ermöglichen.

Zuerst nochmal das Ausgangsbild mit den fleischfarbenen (nicht weißen) Rändern.

Ausgangsbild. Originalfoto: https://www.3d.sk.

Bluebox aufrufen (zu finden unter Video > Bluebox...). Voraussetzung ist wie gesagt die Installation des Pakets gimp-gap. Auf den Streifen mit der blauen Farbe und dann mit der Pipette auf die zu entfernende Farbe im Bild klicken (siehe die rot markierten Stellen im Bild).

Schlüsselfarbe (key color) auswählen

Zu hoher Grenzwert führt zu „Löchern“ im Foto.

Zu hoher Grenzwert: „Löcher“

Das kann man/frau aber durch Reduzieren der Grenzwerte (ich verwende den Grenzwertmodus HSV) korrigieren.

Grenzwert ist ok – hmm, einigermaßen wenigstens (kann noch etwas reduziert werden)

Evt. noch vorhandene „Schleier“ können mit dem Radiergummi beseitigt werden, da beim weiteren Auskeyen Löcher im Weiß des Auges entstehen.

Farbschleier mit dem Radiergummi entfernen

Und – zum Schluß – das fertige Bild.

Fertig freigestelltes Bild

Jürgen Wolf: „Gimp 2.10“

Habe mir nach meiner Kritik an Büchern über den Gimp heute in der Stuttgarter Buchhandlung „Wittwer“ nochmal Jürgen Wolfs im renommierten Rheinwerk-Verlag erschienenes Buch „Gimp 2.10“ durchgeschaut und muß zugeben, daß ich mit meiner Kritik deutlich zu hart war. Ich muß auch zugeben, daß sich der Autor da immens viel Mühe gegeben hat. Die wichtigsten Features des Gimp 2.10 werden gut und kenntnisreich erklärt. Ok, es ist nichts zum Auskeyen mittels gimp-gap zu lesen, aber darauf muß man/frau auch erst mal kommen. Mir persönlich war lange auch nicht klar, daß es sich bei der Bluebox... um einen gar nicht schlechten Chroma-Keyer handelt. Anyway, hier jedenfalls eine ehrlich gemeinte Entschuldigung. Bin auch froh, daß ich das zugeben darf und dieses immerhin stolze 923 Seiten umfassende Buch doch nicht so schlecht ist. 😉

Grenzen

Fehler beim Auskeyen eines Fotos. Software: Gimp 2.10.18.

Wie in obigem Bild unschwer zu erkennen, stößt auch die im Gimp verfügbare Bluebox... hier an ihre Grenzen. Da müßte man/frau schon so einen guten Chroma-Keyer wie Ultimatte haben. Die Bluebox... setzt allerdings die Installation des Pakets gimp-gap voraus. Aufgerufen werden kann dieser gar nicht so schlechte Chroma-Keyer dann über Video > Bluebox....

Nochmal: Freistellen im Gimp 2.10.18

Aneta freigestellt. © Copyright 2020 by Claus Cyrny. Originalfoto von 3d.sk.

An dieser Stelle möchte ich nochmal auf meinen voriges Jahr geposteten Beitrag „Gimp 2.10.18: Figur freistellen“ hinweisen. Sauberes Freistellen geht eben nicht nur in Photoshop. Nachdem ich zuerst ein Tutorial der Buchautorin Bettina K. Lechner durchprobiert habe, konnte ich dann aber doch erst mit der Bluebox... des Gimp zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Die Bluebox...– zu finden bei installiertem Paket gimp-gap unter Video > Bluebox... – ist ein sogenannter Chroma-Keyer, der zwar sauber freistellt, aber nur gut bei einem einfarbigen Hintergrund – üblicherweise einem Bluescreen oder Greenscreen – funktioniert.

Gimp-Buch?

Nach meinem vor ein paar Tagen geposteten und zugegebenermaßen kritischen Beitrag „Bücher über den Gimp“ spiele ich mit dem Gedanken, das Buch zum Gimp zu schreiben, das die ganzen Klischees, die in diesem Bereich üblich sind, souverän hinter sich läßt. Dieses – noch hypothetische – Buch wäre ein einem – bei dieser Art von Büchern eher unüblichen – sehr persönlichen Stil verfaßt und würde all‘ das enthalten, was bei den derzeit im Handel erhältlichen Büchern zum Thema fehlt. Ich spiele mit dem Gedanken, hier einen ersten Entwurf von, sagen wir, einer Probeseite zu posten.

Weiterführender Link: Mein Beitrag zum imho kaum, wenn überhaupt behandelten Thema „Chroma-Keying mit Gimp GAP“.

Zum Gimp 2.10

Möchte an dieser Stelle mal wieder eine Lanze für den Gimp brechen, der von seinem Potential imho sehr unterschätzt wird, zumal er seit der Version 2.10 ja auch 16- bzw. 32-bit Farbtiefe pro Kanal unterstützt. Meiner Erfahrung nach – und ich benutze den Gimp nun schon seit über neunzehn Jahren – ist er eben nicht nur ein Werkzeug für Hobby-User. Ich muß gestehen, daß ich den Gimp intuitiver (!) finde als beispielsweise Photoshop; auf die Kontroverse „Gimp vs. Photoshop“ möchte ich hier gar nicht näher eingehen.

Der Gimp und intuitiv?, werden manche jetzt sagen. Yep! Nur zwei Beispiele: Zoomen geht mit dem Gimp ganz einfach über die Tasten + und -, und auch das Handling von Pfaden ist meiner Meinung nach im Gimp besser gelöst als in Photoshop, auch wenn die Kontrollpunkte der Pfade in Photoshop feiner ausgelegt sind als im Gimp. Zudem kann man/frau im Gimp eigene Shortcuts (Tastaturkürzel) anlegen, die das Arbeiten z. T. deutlich beschleunigen. Das geht in Photoshop zwar auch, aber irgendwie – zugegebenermaßen sehr subjektiv – ist mir hier der Gimp sympathischer.

Dann ist das Interface des Gimp weitgehend konfigurierbar (geht über Bearbeiten > Einstellungen > Interface); so hat es – was ich jedoch, an die zwei bis drei Fenster gewöhnt, als unflexibel empfinde – beispielsweise einen Einfenster-Modus (Fenster > Einfenster-Modus). Und: Sämtliche Funtionen des Gimp können über einen einfachen Rechts-Klick aufgerufen werden.

Und – bevor ich’s vergesse: Der Gimp hat über das nachträglich zu installierende Paket gimp-gap einen sogenannten Chroma-Keyer (siehe auch hier) implementiert, mit dessen Hilfe einfarbige Hintergründe entfernt werden können. Aufgerufen wird dieser Chroma-Keyer über Video > Bluebox.... Bei Photoshop geht das zwar auch, etwa über das AdvantEdge-Plug-in von Ultimatte, das kostet aber – und nicht zu knapp.

Eine Schwäche des Gimp – hier ist Photoshop klar im Vorteil – ist beispielsweise die Unterstützung von CMYK, und auch das Anti-Aliasing („Glätten“) ist in Photoshop besser. Und dann ist da noch das unkomfortable, sehr (!) verbesserungswürdige Textwerkzeug des Gimp.

Summa summarum möchte ich an dieser Stelle aber doch eine klare Empfehlung für den Gimp aussprechen. Ich habe zwar auch – via Wine – Photoshop CS2 installiert, arbeite aber kaum damit, weil mir der Gimp einfach lieber ist.