Gedanken zum heutigen Tag

Da seit Montag der Bäcker und Konditor Trölsch sein Café wieder geöffnet hat, war ich schon ein paarmal einen Cappuccino mit Sahne trinken. Ich bin auch zu dem Schluß gekommen, daß ich mein neuestes Relief doch rahmen lassen will, wei das auf den Monat umgerechnet nur knapp drei Cappuccinos sind, und das kann ich wirklich verkraften. Die Klientele um den Ludwigsburger Busbahnhof ist mir ehrlich gesagt alles anderen als sympathisch, insbesondere eine Gruppe von Männern, die da jeden Tag nachmittags auf einer bestimmten Bank sitzen und sich heruntersaufen. Ergo bin ich doch froh, wenn ich wieder in meinem Apartment bin. In absehbarer Zeit werde ich ja meinen Mini-Verstärker wiederbekommen, einen Nobels „Streetman 10“, der wider Erwarten doch noch funktioniert und in den ich mit Hilfe von Carlos vom Stuttgarter „American Guitar Center“ einen Bleigel-Akku eingebaut habe.

Als ich noch in Stuttgart gewohnt habe, habe ich ein paarmal auf der Königstraße bzw. dem Schloßplatz vor dem Kunstmuseum Straßenmusik gemacht, aber kaum etwas eingenommen. Die eine Brezel-Verkäuferin beim „Wittwer“ hat mich später immer wieder gefragt, ob ich denn mal wieder spielen würde, was ich jedesmal verneinen mußte. Jetzt, wo ich in Ludwigsburg wohne, wäre es auch zu kompliziert, mit Gitarre und Verstärker nach Stuttgart zu fahren; abgesehen davon habe ich mein „Wägelchen“ aus verchromtem Stahlrohr nicht mehr. Dafür kann ich dann aber bald mit meiner E-Gitarre im Innenhof neben unserem Apartmenthaus spielen.

Linie 413

Habe jetzt endlich jemanden bei LVL Jäger erreicht. Ich hatte wegen der Buslinie 413 hier in Ludwigsburg angefragt, die, von Kornwestheim kommend, nur noch bis Ludwigsburg ZOB fährt und nicht mehr bis Arsenalplatz. Begründung: Verspätungen wegen der Baustelle auf der Keplerbrücke kurz vor dem ZOB. Meine Wahrnehmung nach kommt es aber zu keinen längeren Verzögerungen. Zudem wird auf der Keplerbrücke gerade nicht gebaut. Aber na ja, man/frau muß ja nicht alles verstehen. Eine mögliche Lösung wäre die, den Bus vom ZOB nicht über die Uhlandstraße, sondern direkt zum Arsenalplatz fahren zu lassen. Aber so weit denkt man/frau bei LVL Jäger anscheinend nicht. Und à propos „Verspätung“: Die Busfahrer nehmen es auch sonst nicht so genau mit der Pünktlichkeit. Da ist z. B. besagte Linie 413 vom ZOB nach Kornwestheim. Der Fahrer, der an sich um 19 nach der vollen Stunde am ZOB abfahren sollte, bequemt sich erst, um 19 nach von seinem Halteplatz am Bussteig 11 loszufahren – er hatte bis dahin entweder im Bus gesessen, teilweise war er auch weg – und dann am gegenüberliegenden Bussteig 7 zu halten, damit die Fahrgäste einsteigen können. Losfahren tut er – ich habe das selbst schon beobachtet – teilweise erst um 24 nach, mit einer Verspätung von fünf Minuten.

07:47 Uhr

Als ich heute bei der Bäckerei Trölsch in der Nähe des Ludwigsburger Busbahnhofs – ein Kapitel für sich – war, wollte ich eigentlich drinnen frühstücken. Nur mußte ich leider feststellen, daß die einzige Bedienung damit beschäftig war, draußen die Tische zu richten – so beschäftigt jedenfalls, daß sie mich überhaupt nicht bemerkte. Ich warte also eine ganze Weile, während drinnen Mitarbeiterinnen sich unterhalten bzw. herumlaufen. Keine nimmt von mir Notiz. Service-Wüste Deutschland. Schließlich war es mir zu bunt und ich habe kurz entschlossen an der Theke einen Cappuccino to-go und ein mürbes Hörnchen gekauft und mich draußen auf eine Bank gesetzt. Ich meine, ich bin seit Jahren beim Trölsch Stammkunde, aber das heißt ja noch lange nicht, daß die Mitarbeiterinnen freundlich zu mir sein müssen.