Tempolimit (5)

Statistik: Sollte aus ihrer Sicht ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen umgesetzt werden? | Statista
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Und noch ein Zitat vom BUND:

„Anlässlich der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene appelliert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an die FDP, ihre umweltpolitische Blockadehaltung aufzugeben. „Eine ambitionierte Umweltpolitik ist Freiheitspolitik. Aber während die Weltgemeinschaft auf die 1,5-Grad-Grenze zurast und das sechste Artensterben begonnen hat, gefällt sich Christian Lindner in der Rolle des Verhinderers“, so der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt.“–BUND

Warum nicht?

Sowohl im Koalitionsvertrag als auch im Ergebnis der Sondierungen der Ampel-Koalition steht eben jener Satz:

„Ein generelles Tempolimit wird es nicht geben.“

Allein damit macht sich die Ampel imho unglaubwürdig, würden bei einem einzuführenden Tempolimit nicht nur 2 Millionen Tonnen CO2 eingespart, nein, es gäbe auch weniger Tote auf den Autobahnen. Dabei frage ich mich dann auch ernsthaft, ob Herr Lindner den Angehörigen dieser vermeidbaren Toten ins Auge sehen kann, aber vermutlich interessiert ihn das nicht. Das ist wieder mal typisch: Die Bürger sind doch blöd, die merken das eh nicht. Dazu fällt mir auch ein Ausspruch ein – ich meine, er kommt von Josef Stalin -: „Ein Toter ist eine Tragödie, Millionen Tote sind Statistik.“

Weiterführender Link: Der Video-Kommentar „Ohne Tempolimit keine Verkehrswende“ von Heribert Prantl von der „Süddeutschen“.

Koalitionsverhandlungen

Bei der „Zeit“ online habe ich den Artikel „Die Grünen spielen immer noch Everybody’s Darling“entdeckt, aus dem ich aber ehrlich gesagt nicht ganz schlau werde.

Ein Zitat:

„Viel schwerer noch als solche emotionalen Störungen wiegt allerdings das Erbe, das die Parteien aus dem Wahljahr mit in die Verhandlungen schleppen. FDP und SPD haben sich da zwar offiziell auch auf das 1,5-Grad-Ziel festgelegt, nach den Wahlen aber aus dem dürftigen Abschneiden der Grünen dennoch den Schluss gezogen, dass den Leuten das Klima wohl doch nicht so wichtig sei. Das jedenfalls wollen die Grünen bei den Verhandlungen mehrfach herausgehört haben.“–Bernd Ulrich

Tja, „… den Schluss gezogen, dass den Leuten das Klima wohl doch nicht so wichtig sei“. Diesen Eindruck habe ich leider auch. Und ich fasse es auch nicht, wie es sein kann, daß sich in den Koalitionsverhandlungen – ja, sogar schon in den Sondierungsgesprächen – die FDP als kleinster Partner (!) durchgesetzt hat. Tempolimit – weg! Steuererhöhungen für Reiche – weg! In folgendem Video bezeichnet eine Passantin die FDP als „Partei der Reichen“. Christian Lindner wehrt sich zwar, aber im Grunde sprechen die Tatsachen gegen ihn. Da gibt es im Englischen diesen imho hier sehr zutreffenden Spruch: „If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck, then it probably is a duck.“.

Fortschrittsbremser

Nicht nur in puncto „Tempolimit“ – nein, auch beim Thema „Steuern“ wird von der FDP kräftig gebremst. „Lindner kritisiert Ampel-Partner“ titelt die „Tagesschau“. Woher soll das Geld für den dringend nötigen Umbau unserer Gesellschaft denn kommen, wenn Lindner Steuersenkungen fordert?

Zwiegespalten

Wenn es um die FDP bzw. um Christian Lindner geht, könnte ich mit Goethes Faust sagen: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.“ Da ist einmal Christian Lindners Auftritt bei Maybrit Illner, wo er wirklich sehr sympathisch rüberkommt; dann ist da aber auf der anderen Seite das „Innovationen statt Verbote in der Mobilität“. Gerade entdeckt: „SPD, Grüne und FDP wollen kein Tempolimit“ – etwas, das einfach absolut in die falsche Richtung geht. So würden Harald Lesch zufolge doch „nur“ 2 Millionen Tonnen CO2 eingespart – von weniger Verkehrstoten ganz zu schweigen. Ich meine, Hand auf’s Herz: Wieviele Verkehrstote können bzw. wollen wir uns denn leisten? Sind weniger Verkehrstote denn „nichts“? Ich meine, es war Stalin, der gesagt hat: „Ein Toter ist eine Tragödie, Millionen Tote sind Statistik.“

Und: Bei der „Zeit“ lese ich Folgendes:

„Trotzdem haben die Verhandler ein Tempolimit früh abgeräumt. Für die Grünen versuchten Winfried Kretschmann und Robert Habeck, das als akzeptabel erscheinen zu lassen, indem sie auf den vor allem „symbolischen“ Wert des Tempolimits hingewiesen haben. Das ist völlig korrekt – allerdings ist die Aufgabe dieses Punkts eben auch symbolisch. Und zwar für das grundsätzliche Problem und Dilemma dieser Koalitionsverhandlungen.“–Joachim Behnke

Symbolischer Wert des Tempolimits? Was ist denn an weniger Toten symbolisch, bitteschön? So ein – Entschuldigung – blödes Gefasel.

Ewiges Wachstum?

Wachstum ohne Ende? Bei Maybrit Illner sagt Christian Lindner: „Wir haben ein beklagenswert geringes Wachstumsniveau, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern“ (20:50 Min.). Da ist aber genau das Problem. Die Erde ist ein organisches System, und kein organisches System wächst ewig. Die Folgen sehen wir ja. Hier müßte imho ein generelles Umdenken erfolgen.