Instagram (6)

Werbung von Instagram. © Copyright 2021 by Instagram, Inc.

Habe gerade wieder ein Werbe-Email von Instagram bekommen („See what’s been happening on Instagram“). Das ist ja alles gut und schön, wäre da nicht der Umstand, daß ich auf meine Anfragen praktisch nie eine Antwort bekomme. So frage ich mich dann, wozu dieses Kontakt-Feature überhaupt da ist. Hinzu kommt aber noch, daß Instagram durch den Code bei den betreffenden Beiträgen quasi dazu einlädt, das Copyright des Posters/der Posterin zu verletzen (siehe auch folgenden kritischen Beitrag von mir).

Weiterführender Link: Die TOS von Facebook, denen Instagram ja gehört.

Das Problem mit dem Copyright

Was, ein schwarzes Rechteck? Was soll dennn das? Das ist bitteschön nicht der Monolith aus „2001“ und auch kein „black painting“ von Ad Reinhardt. Dieses schwarze Rechteck markiert den Platz, an dem copyright-geschützte Inhalte stehen könnten – könnten, wie gesagt, wenn ich als privater Blogger a) die finanziellen Mittel hätte, um entsprechende Copyright-Gebühren zu bezahlen oder b) entsprechende Connections zur US-amerikanischen Filmindustrie hätte. Nachdem ich ja schon mehrfach von Warner Bros. – in Deutschland sowie in den USA – eine Abfuhr bekam (es ging dabei einmal um das Posten von Stills aus „The Matrix“ von 1999 und einmal um Stills aus „2001“), habe ich mich per Brief an Metro Goldwyn Mayer gewandt, die „2001“ 1968 in die Kinos brachten. Keine Antwort, jedenfalls bis heute.

Verwendet jemand wie Andy Warhol für einen Siebdruck ein Foto, ist das – so entschied der amerikanische Bezirksrichter John G. Koeltl – fair use. Wenn die ungarische Fotokünstlerin Flóra Borsi sich selbst per Photoshop in ein s/w-Foto von Marilyn Monroe einfügt, und das wie gesagt, ohne den Fotografen überhaupt zu nennen, passiert – gar nichts! Wo ist da die Gerechtigkeit?, könnte man da fragen.

Wie komme ich eigentlich auf dieses Thema? Hmmm, ich habe mir ja vor meinem vorletzten Beitrag das Video des Vortrags „Cinema of the Future“ von Douglas Trumbull angeschaut, das ungefähr eine Stunde ging. Am Ende, im Nachspann, wurde darauf hingewiesen, daß dieses Video nicht aufgezeichnet werden dürfe; sogar Screenshots seien verboten. Ich fühle mich durch diese Politik jedenfalls empfindlich eingeschränkt. Angenommen, ich würde mich – rein hypothetisch – über dieses Verbot hinwegsetzen und hier etwa ein paar Screenshots aus dem Vortrag posten, wie würde da ein Richter entscheiden?

In diesem Zusammenhang fällt mir auch das Buch „Free Culture“ von Lawrence Lessig ein, in dem der Autor u. a. eine Reihe sehr aufschlußreicher Beispiele erwähnt, womit man/frau beim Thema „Copyright“ konfrontiert werden kann, so etwa den Dokumentarfilmer Jon Else, der für 4 ½ Sekunden eines Clips aus der Serie „Die Simpsons“ $ 10.000,- an Fox bezahlen sollte – eine Summe, die er natürlich nicht hatte.

Summa summarum finde ich – worauf ich bereits an anderer Stelle hingewiesen habe – die jetzige Situation mehr als unbefriedigend, und ich finde, daß hier – auch und gerade in Anbetracht der Möglichkeiten der digitalen Medien – ein neuer, erweiterter Copyright-Begriff eingeführt werden sollte.

Copyright von Inhalten Dritter

Ich frage ja grundsätzlich nach, bevor ich Inhalte – meist Fotos – Dritter poste. Beim Einbetten von Videos bin ich mir aber nach wie vor unsicher. Das Einbetten von YouTube-Videos ist ja dem Support von Google zufolge keine Copyrights-Verletzung (seht hierzu auch meinen Beitrag „YouTube-Videos und Copyright“). Wie ist das aber beispielsweise bei Videos, die auf Instagram gepostet werden? VG Bild-Kunst zufolge ist das Einbetten solcher Videos eine Verletzung des Copyrights. Das ist nun die Frage. Eigentlich müßte es hier doch eine einheitliche Regelung geben.

Thierry Mugler

Habe über Instagram versucht, Kontakt mit der offiziellen Seite von Thierry Mugler aufzunehmen:

Auch hier keine Antwort. 🙁 Frage mich, ob die das überhaupt lesen. Und ich frage mich langsam auch, weshalb Instagram den Code zum Einbetten von Inhalten anbietet, wenn das ohne Erlaubnis eine Copyright-Verletzung ist. Konsequenterweise müßte Instagram dann eigentlich dichtmachen. Da wird die Illusion erzeugt, daß Inhalte frei verfügbar seien, und die meisten Leute kennen sich mit dem Copyright vermutlich nicht so aus – ergo werden dann auf Teufel komm raus copyright-geschützte Inhalte gepostet. Ich finde, das ist der Sache absolut nicht dienlich.