Gedanken zum Tag

Da ich ja immer nachfrage, bevor ich fremde Bilder poste und ich ein Still aus „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) posten wollte, habe ich mich an die Everett Collection gewandt bzw. wollte mich dort registrieren. Auf eine Nachfrage hin mußte ich aber gestehen, daß ich mir Beträge von hunderten von Dollars für ein einziges Bild nicht leisten kann.

Ok, was lernen wir daraus? Es wird Bloggern so eben extrem schwer gemacht, copyright-geschütztes Material zu posten. Ich persönlich stelle nach meinen diesbezüglichen Erfahrungen der letzten Jahre auch den momentan vorherrschenden Copyright-Begriff massiv infrage, der zeitgenössische Kunst schützt, während andererseits – um nur ein Beispiel zu nennen – die „Sternennacht“ von van Gogh per KI ungestraft verhunzt werden darf. Ich nenne so etwas Doppelmoral, und meiner Ansicht nach ist gerade in Anbetracht der Möglichkeiten des Internets eine Neufassung des Copyright-Begriffs überfällig.

Instagram (6)

Werbung von Instagram. © Copyright 2021 by Instagram, Inc.

Habe gerade wieder ein Werbe-Email von Instagram bekommen („See what’s been happening on Instagram“). Das ist ja alles gut und schön, wäre da nicht der Umstand, daß ich auf meine Anfragen praktisch nie eine Antwort bekomme. So frage ich mich dann, wozu dieses Kontakt-Feature überhaupt da ist. Hinzu kommt aber noch, daß Instagram durch den Code bei den betreffenden Beiträgen quasi dazu einlädt, das Copyright des Posters/der Posterin zu verletzen (siehe auch folgenden kritischen Beitrag von mir).

Weiterführender Link: Die TOS von Facebook, denen Instagram ja gehört.

„Vogue“-Cover (2)

Im Gegensatz zu folgendem „Vogue“-Cover von 1949, das Fotomodell Lisa Fonssagrives zeigt, fehlt es den Models von heute – leider – oft an Eleganz. Posten darf ich dieses Cover aus Copyright-Gründen leider nicht, kostet das doch, wie mir die amerikanische „Vogue“ mitteilte, mindestens $ 200,-. Das hindert andere Blogger aber nicht, tonnenweise copyright-geschützte Inhalte zu posten – eine Politik, die ich mir aber nicht zu eigen machen möchte.

Das Problem mit dem Copyright

Was, ein schwarzes Rechteck? Was soll dennn das? Das ist bitteschön nicht der Monolith aus „2001“ und auch kein „black painting“ von Ad Reinhardt. Dieses schwarze Rechteck markiert den Platz, an dem copyright-geschützte Inhalte stehen könnten – könnten, wie gesagt, wenn ich als privater Blogger a) die finanziellen Mittel hätte, um entsprechende Copyright-Gebühren zu bezahlen oder b) entsprechende Connections zur US-amerikanischen Filmindustrie hätte. Nachdem ich ja schon mehrfach von Warner Bros. – in Deutschland sowie in den USA – eine Abfuhr bekam (es ging dabei einmal um das Posten von Stills aus „The Matrix“ von 1999 und einmal um Stills aus „2001“), habe ich mich per Brief an Metro Goldwyn Mayer gewandt, die „2001“ 1968 in die Kinos brachten. Keine Antwort, jedenfalls bis heute.

Verwendet jemand wie Andy Warhol für einen Siebdruck ein Foto, ist das – so entschied der amerikanische Bezirksrichter John G. Koeltl – fair use. Wenn die ungarische Fotokünstlerin Flóra Borsi sich selbst per Photoshop in ein s/w-Foto von Marilyn Monroe einfügt, und das wie gesagt, ohne den Fotografen überhaupt zu nennen, passiert – gar nichts! Wo ist da die Gerechtigkeit?, könnte man da fragen.

Wie komme ich eigentlich auf dieses Thema? Hmmm, ich habe mir ja vor meinem vorletzten Beitrag das Video des Vortrags „Cinema of the Future“ von Douglas Trumbull angeschaut, das ungefähr eine Stunde ging. Am Ende, im Nachspann, wurde darauf hingewiesen, daß dieses Video nicht aufgezeichnet werden dürfe; sogar Screenshots seien verboten. Ich fühle mich durch diese Politik jedenfalls empfindlich eingeschränkt. Angenommen, ich würde mich – rein hypothetisch – über dieses Verbot hinwegsetzen und hier etwa ein paar Screenshots aus dem Vortrag posten, wie würde da ein Richter entscheiden?

In diesem Zusammenhang fällt mir auch das Buch „Free Culture“ von Lawrence Lessig ein, in dem der Autor u. a. eine Reihe sehr aufschlußreicher Beispiele erwähnt, womit man/frau beim Thema „Copyright“ konfrontiert werden kann, so etwa den Dokumentarfilmer Jon Else, der für 4 ½ Sekunden eines Clips aus der Serie „Die Simpsons“ $ 10.000,- an Fox bezahlen sollte – eine Summe, die er natürlich nicht hatte.

Summa summarum finde ich – worauf ich bereits an anderer Stelle hingewiesen habe – die jetzige Situation mehr als unbefriedigend, und ich finde, daß hier – auch und gerade in Anbetracht der Möglichkeiten der digitalen Medien – ein neuer, erweiterter Copyright-Begriff eingeführt werden sollte.

Email an den Harry Ransom Center

„Hello,

after an inquiry of mine via email I was redirected by Hachette Book Group to you, Harry Ransom Center.The cause of my inquiry was the permission to publish the first 3 ½ pages of Ross Russell’s Charlie Parker biography, „Bird Lives“ on my private blog at https://claus-cyrny.net/wordpress/. I own said book since 1983. Around 1998 I got permission from Da Capo Press, then located in New York, to publish attached excerpt on the website I had then. Now I have my own domain (https://claus-cyrny.net/) where I have a blog based on WordPress. On this blog I would like to publish those first 3 ½ pages of „Bird Lives“. The chapter in question is entitled „At Billy Berg’s: An Obbligato“. Since I am a fan of Charlie Parker’s, I would like a) to provide this excerpt as a PDF download, or, if this is not possible, post it b) on a separate page, of course with the appropriate copyright remark & link to Hachette book group, to which Da Capo Press now belongs. In case that you don’t own the rights to said book, could you please redirect me to the the company that is responsible. Please, note that I, as a private blogger, only have limited financial means to pay copyright fees. Da Capo Press didn’t charge anything back then in 1998.

Best regards,

Claus Cyrny“

Copyright von Inhalten Dritter

Ich frage ja grundsätzlich nach, bevor ich Inhalte – meist Fotos – Dritter poste. Beim Einbetten von Videos bin ich mir aber nach wie vor unsicher. Das Einbetten von YouTube-Videos ist ja dem Support von Google zufolge keine Copyrights-Verletzung (seht hierzu auch meinen Beitrag „YouTube-Videos und Copyright“). Wie ist das aber beispielsweise bei Videos, die auf Instagram gepostet werden? VG Bild-Kunst zufolge ist das Einbetten solcher Videos eine Verletzung des Copyrights. Das ist nun die Frage. Eigentlich müßte es hier doch eine einheitliche Regelung geben.

Email an Folio Literary Management

„Hello,

after an inquiry of mine via email I was redirected by Hachette Book group to you, Folio Literary Management. The cause of my inquiry was the permission to publish the first 3 1/2 pages of Ross Russell’s Charlie Parker biography, „Bird Lives“ on my private blog at https://claus-cyrny.net/wordpress/. I own said book since 1983. Around 1998 I got permission from Da Capo Press, then located in New York, to publish attached excerpt on the website I had then. Now I have my own domain (https://claus-cyrny.net/) where I have a blog based on WordPress. On this blog I would like to publish those first 3 1/2 pages of „Bird Lives“. The chapter in question is entitled „At Billy Berg’s: An Obbligato“. Since I am a fan of Charlie Parker’s, I would like a) to provide this excerpt as a PDF download, or, if this is not possible, post it b) on a separate page, of course with the appropriate copyright remark & link to Hachette book group, to which Da Capo Press now belongs. In case that you don’t own the rights to said book, could you please redirect me to the the company that is responsible. Please, note that I, as a private blogger, only have limited financial means to pay copyright fees. Da Capo Press didn’t charge anything back then in 1998.


Best regards,


Claus Cyrny“

Über Copyright

Im Zuge meiner letzten drei Beiträge zum Thema „Copyright und neue Medien“ ist mir das sehr aufschlußreiche Buch „Free Culture“ von Lawrence Lessig eingefallen, das man/frau sich kostenlos herunterladen kann.

Ein Zitat:

„FREE CULTURE is an entertaining and important look at the past and future of the cold war between the media industry and new technologies.“

Marc Andreessen, cofounder of Netscape

So ist es meine persönliche Meinung, daß das Konzept hinter „Copyright“ im Zuge der neuen Medien wie der Digitalisierung von Inhalten und der damit einhergehenden Möglichkeiten der Bearbeitung und Verbreitung neu überdacht werden müßte. Ein Anfang und imho ein Schritt in die richtige Richtung sind Lizenzen wie Creative Commons, aber das reicht meiner Meinung nach bei weitem nicht aus.

Andy Warhol und Copyright

Zu diesem imho brisanten Thema ein „Judge Rules Fair Use in Photographer’s Copyright Case Against Andy Warhol“ betitelter Artikel bei PetaPixel. Beachtet bitte auch die Kommentare, u. a. von der betroffenen Fotografin Lynn Goldsmith. Der Hintergrund – kurz zusammengefaßt: Nach einer Klage von Lynn Goldsmith wegen angeblicher Copyright-Verletzung durch den renommierten Pop-Art-Künstler Andy Warhol entschied Bezirksrichter John G. Koeltl, daß die nach einem Prince-Foto enstandenen Siebdrucke von Andy Warhol als fair use anzusehen sind. Ich kann jedoch nicht verhehlen, daß meine ganzen Sympathien bei der Fotografin Lynn Goldsmith sind und ich das Vorgehen Warhols nicht akzeptabel finde.

04:09 Uhr

Habe von Bella Hadid leider keine Antwort bekommen (siehe hier). Na ja, sie bekommt am Tag vielleicht Tausende von Nachrichten. Finde es überdies problematisch, wenn Seiten wie Instagram quasi dazu einladen, das Copyright zu verletzen (siehe auch meinen Beitrag zum Thema in der FAQ hier auf .:: artificial ::.).