Dudel-Pop (5)

Kritisches über die lokalen Radiosender hier im Großraum Stuttgart zu schreiben, ist eigentlich müßig; ändern tut sich eh‘ nichts, ob das jetzt „Die neue 107.7“ ist oder „Antenne 1“ oder der „SWR3“. Entweder sind die Macher dieser Sender wirklich allen Ernstes von der Bedeutung ihres absolut zweitklassigen Dudel-Pops überzeugt oder sie verdummen ganz bewußt die Zuhörer – hier kann sich jeder aussuchen, was paßt. Mich persönlich ärgert diese unselige Entwicklung jedenfalls, deren Anfang ich irgendwann nach der Jahrtausendwende veranschlage. Was ich vor allem moniere, ist die augenscheinliche Unfähigkeit vieler Musiker, eingängige, originelle Melodien zu schreiben. Was mich außerdem stört, ist dieses routinierte, absolut uninspirierte Heruntergenudel der Texte, ob das auf Englisch ist oder auf Deutsch. Auch hier: Originalität Fehlanzeige. Eigentlich wäre es die Aufgabe der Radiosender, gegenzusteuern, statt diesen seelenlosen Fließband-Pop unkritisiert über den Äther zu verbreiten. Daß diese Sender nichts dergleichen tun, spricht Bände. So wird das jedenfalls nicht mehr besser – im Gegenteil.

Wieso mich diese Entwicklung stört? Weil ich in den 60er- und 70er-Jahren aufgewachsen bin und damit den Vergleich habe. Die Jugend von heute kennt es – traurig genug – ja nicht mehr anders. Dagegen kommt sich meine Gitarrenschülerin – sie ist 22 – von der aktuellen Pop-Musik auch teilweise verdummt vor. Wie soll man Songtexte auch anders nennen, in denen man mit „Ah-ai, ah-ai“ oder „A-ha-ha-ha-ha“ konfrontiert wird, frei nach dem Motto „Schlimmer geht’s immer.“ Da nun aber die Radiosender ihre Schallarchive und damit den Zugang zur Musik von vor fünfzig, sechzig Jahren haben, können sie sich eigentlich nur schwer bis gar nicht damit herausreden, sie wüßten es nicht besser. Warum sie trotzdem nur diesen Schrott spielen – Ausnahmen bestätigen die Regel -, kann ich mir nicht erklären. Oder?

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Dudel-Pop (3)

Bin heute bei meiner Nachbarin wieder mal mit SWR3 konfrontiert worden und frage mich ernsthaft, ob die denn nicht merken, was für ein substanzloses Gedudel sie über den Äther schicken. Ergo fühle ich mich bei diesem und vergleichbaren Sendern in der Region absolut nicht für voll genommen.

Eine Alternative für alle, die Black Music mögen, ist der Baden-Badener Internet-Sender SOULSTATION.

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Dudel-Pop (2)

War heute morgen schon bei meiner Nachbarin zu Besuch. Im Radio natürlich – wie immer – das substanzlose Gedudel von SWR3. Ich meine, mir kann doch niemand erzählen, daß die Macher dieses Senders nicht wissen, was sie den Hörern da zumuten. Und – in Bezug auf den ebenfalls in Stuttgart beheimateten Sender „Die neue 107.7“: Es geht doch nicht, die 60er- und 70er-Jahre einfach – warum? – auszuklammern und dann zu behaupten, man/frau würde „besten Rock und Pop“ spielen. Was ist da nur los?

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Der „Pop-Shop“ und die Musik von heute

Anno 1974 – ich ging damals ins Wirtschaftsgymnasium Tübingen – kam jeden Samstagnachmittag auf SWF3 die Oldies-Sendung des „Pop-Shop“ mit Moderatoren wie Peter Kreglinger, Günter Verdin, Frank Laufenberg u. a. Hier liefen – heute kaum mehr vorstellbar – Stücke wie das lange „April“ von Deep Purple und eben das, was man damals als „Oldies“ definierte. Ich hörte diese Sendung jeden Samstag an, wenn ich von der Schule nach Hause kam; die Oldies vom „Pop-Shop“ waren ein absolutes Muß. Ich erinnere mich auch noch an ein ausnehmend gut gestaltetes Radio-Feature über das eben herausgekommene Doppelalbum „Quadrophenia“ von den „Who“, das mir so gefiel, daß ich mir diese Platte – meine allererste – damals spontan kaufte.

Anno 2021 – ganze 47 Jahre später – hat sich die süddeutsche Radiolandschaft dramatisch verändert. Den SWF3 gibt es schon lange nicht mehr, seit der SWF aus Baden-Baden und der SDR aus Stuttgart zum SWR fusioniert haben, und auch der „Pop-Shop“ ist längst Geschichte. Moderator Frank Laufenberg – in der Zwischenzeit zur Radio-Legende geworden – hat zahlreiche Bücher zum Thema „Pop-Musik“ verfaßt, die nun teilweise Standardwerke sind. Stücke wie „April“ sind heutzutage – wegen ihrer Überlänge? – absolut nicht mehr vorstellbar. Statt dessen – wann diese unselige Entwicklung angefangen hat, kann ich nicht sagen, ich veranschlage sie jedoch irgendwann nach der Jahrtausendwende – praktisch nur noch substanzloser Dudel-Pop: keine Soli, keine Stücke in Überlänge, keine Live-Aufnahmen und schon gar keine Experimente. Statt dessen routiniert produzierter Pop am Fließband; die heutigen Stars gehen nur noch auf „Nummer sicher“.

Diese Musik wird – und da trifft meiner Meinung nach die Rundfunksender eine Mitschuld – gänzlich unkritisch über den Äther verbreitet, so, als ob es nichts anderes mehr gäbe. Stuttgarter Sender wie „Die neue 107.7“, „Antenne 1“ oder – am populärsten – der SWR3 spielen nur noch diesen Einheitsbrei – eine Musik ohne Höhen und Tiefen. Kritische Anmerkungen, wie sie zu „Pop-Shop“-Zeiten nicht ungewöhnlich waren, findet man heute vergebens. Ich erinnere mich noch, wie damals die „Pop-Shop“-Sprecher Bands wie „Sweet“ oder „Middle of the Road“ durch den Kakao zogen.

Was ist nun passiert?, könnte man fragen. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Gutheißen kann ich diese Entwicklung allerdings nicht. War die Moderation vom „Pop-Shop“ kritisch und witzig, richtet sie sich heutzutage anscheinend vor allem an unter Zehnjährige. Kritik ist ganz offenbar unerwünscht, Intelligenz Fehlanzeige. Dabei müßten es gerade die Moderatoren besser wissen – oder etwa nicht?

Weiterführender Link: Der inzwischen von Frank Laufenberg betriebene Internet-Sender „POPSTOP“.

Dudel-Pop

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Wenn ich bei meiner Nachbarin zu Besuch bin, höre ich zwangsläufig SWR3. Das ist nun aber so ein absolut substanzloses Gedudel, daß ich mich ernsthaft frage, wie es soweit hat kommen können. Auf 107.7 dasselbe in Grün; dazu hier noch der imho penetrante Slogan „Die neue Hundertsieben-sieben“, wirklich nach jedem Stück. Das nervt.

Weiterführender Link: Radio-Legende Frank Laufenberg bei SR3.

12:57 Uhr

Bin beim Verfassen von Beiträgen teilweise hin- und hergerissen, was ich denn nun schreiben soll (und was lieber nicht), weil ich vieles in unserer Gesellschaft (der deutschen, aber auch global) doch sehr kritisch sehe und möglichst (geht das überhaupt?) niemanden vor den Kopf stoßen will. Hmmm. Unter anderen habe ich ja die These aufgestellt, dass wir uns gegenwärtig in einem kreativen Tief befinden, was ich zum Beispiel an dem mehr als traurigen (mein persönlicher Eindruck) Zustand der gegenwärtigen Pop-Musik festmache. Die Komponisten sind ganz offensichtlich nicht mehr in der Lage, wirklich originelle Melodien zu komponieren. Statt dessen ein einziges Gedudel ohne Höhen und Tiefen. Und das verkauft sich auch noch.

Aber nicht nur in der Pop-Musik, auch in den visuellen Künsten gibt es doch nur wenig wirklich Neues. Ich weiß gar nicht, wann ich zum letzten Mal einen wirklich guten Film gesehen habe – von „brilliant“ will ich hier gar nicht erst reden.

Wer weiß, vielleicht stehe ich mit dieser Einschätzung ja allein da – ich weiß es nicht. Jedenfalls wollte ich das hier mal zur Diskussion stellen.