Jimi Hendrix (2)

War ich gegen Ende meiner Schulzeit ein großer Jimi-Hendrix-Fan, so läßt mich seine Musik heute ziemlich kalt. Hatte damals die wichtigsten Platten von ihm (CDs gab es zu jener Zeit – 1977 – noch nicht) und hatte auch die Dokumentationen „Jimi Hendrix“ sowie „Jimi Plays Berkeley“ gesehen. Bin heute der Meinung, daß Jimi Hendrix ohne Zweifel ein guter Gitarrist und Innovator war – daß der „Guitar Player“ ihn – vor Eric Clapton – aber zum weltbesten Gitarristen gewählt hat, finde ich absolut übertrieben. Ich habe überhaupt meine Schwierigkeiten mit solchen Polls, erheben sie doch einen Absolutheitsanspruch, den sie imho gar nicht einlösen können.

Cream

Das Cover von „Pop History, Vol. 1: Cream“. Foto von mir.

Das ist meine allererster Cream-Platte, die ich 1976 einem Klassenkameraden abgekauft hatte. Von den Studioaufnahmen gefallen mir lediglich „I Feel Free“ und „As You Said“. Das Highlight und der eigentliche Grund, warum ich damals ein absoluter Cream-Fan geworden bin, sind jedoch die Live-Aufnahmen: „Sittin‘ On Top Of The World“, „I’m So Glad“, „N.S.U.“ und „Sweet Wine“. So habe ich mir in der Folge sämtliche Cream-Platten gekauft , die ich in Plattengeschäften finden konnte: „Fresh Cream“, „Disraeli Gears“, „Live Cream, Vol. 1“ und – deutlich schwächer – „Live Cream, Vol. 2“ sowie die Live-Aufnahmen von „Wheels Of Fire“, die es damals als einzelne LP gab. Ich bin auch heute – ungeachtet aller gegenteiligen Meinungen – immer noch der Überzeugung, daß Eric Clapton später nie wieder so gut war wie damals bei Cream. Er selbst hat seine Spielweise bei Cream ja als „maestro bullshit“ bezeichnet, aber – wie C. G. Jung in „Psychologie und Dichtung“ schreibt -:

„Dichter sind eben auch Menschen, und was ein Dichter über sein Werk sagt, gehört oft längst nicht zum Besten, was sich darüber sagen ließe.“—C. G. Jung

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Interview mit Eric Clapton (1968)“.

Eric Clapton

Höre gerade „Spoonful“ von Cream in der Live-Version von „Wheels Of Fire“. 1976 war ich ein großer Cream-Fan, und Eric Clapton war der Grund, weshalb ich mir meine erste Gitarre gekauft habe. Mit seiner song-orientierten Musik seit seinem ersten Solo-Album von 1970 kann ich jedoch wenig anfangen, einzelne Stücke wie „Promises“ oder „I’ve Got A Rock ‚N‘ Roll Heart“ ausgenommen. Für mich bedeutet das nach den langen Improvisationen bei Cream ein Rückschritt, auch wenn Clapton selbst diese Spielweise als „maestro bullshit“ bezeichnet hat.