Schlaflos in Ludwigsburg (44)

Es ist 00:31 Uhr. Die Wikipedia wirbt wieder mal für Spenden. Ich werde denen aber nichts spenden, habe ich doch schon ausnehmend schlechte Erfahrungen mit den sogenannten „Sichtern“ gemacht (seht dazu auch hier), deren Arroganz mir sauer aufgestoßen ist. Aus diesem Grund verlinke ich auch nicht zur deutschen Wikipedia. Habe der „Zeit“ auf einen Artikel hin eine kritische Email geschrieben, die aber wie so oft nicht beantwortet wurde. Das scheint denn auch immer mehr Mode zu werden.

Die 7-Tages-Inzidenz hier in Baden-Württemberg hat mit 529,9 – in Ludwigsburg 535,2 – einen neuen Höchststand erreicht. Immer noch kein Lockdown. Wie soll das weitergehen?, frage ich mich.

Screenshot von einer Seite der Stadt Ludwigsburg.

Habe hier das Wort „Wüstenrotstiftung“ entdeckt, was mich an meine Erfahrungen mit dieser Bausparkasse in den frühen Neunzigerjahren erinnert hat. Ich hatte 1989 nach meiner Ausbildung einen Bausparvertrag abgeschlossen und mich 1993 in der Wüstenrot-Filiale in Stuttgart-Degerloch beraten lassen. Der Wüstenrot -Mitarbeiter hatte mir gesagt, wenn ich den Bausparvertrag erhöhen wolle, könnte ich das „jederzeit wieder rückgängig machen“. Was er mir nicht gesagt hat, war, daß dann die sogenannte einmalige Einlage – im meinem Fall DM 980,- – weg wäre. Ich habe dann – was natürlich Blödsinn war – einer Erhöhung zugestimmt und war, als ich den Vertrag dann gekündigt habe, weil ich arbeitslos geworden war, die DM 980,- los. Ich habe mich dann gefragt, was es mit diesen DM 980,- überhaupt auf sich hatte. War das die Provision dieses Mitarbeiters?

Diese Zeit – 1995/1996 – , in der ich meistens arbeitslos war, ist mir noch in lebhafter Erinnerung. Habe mir damals – das war im Sommer – auf einem Maisfeld einen Maiskolben geholt, weil ich nichts mehr zu essen hatte. Als mir jemand von meinem Rad das Vorderrad geklaut hat, habe ich das Sozialamt um Unterstützung gebeten, die aber abgelehnt worden ist. Das war vor der Pauschalierung der Sozialhilfe. Habe dann schließlich im Januar 1996 einen befristeten Aushilfsjob beim Kaufhof gefunden, wo ich bei der Inventur geholfen habe. Danach folgte ein Job bei der IHK. Dann wieder eine Zeit der Arbeitslosigkeit, bis ich im November 1996 über Zeitarbeit – ein Kapitel für sich1 – zu debis Systemhaus in Fellbach kam, wo ich ein Jahr gearbeitet habe. Durch diesen Job – ich habe damals die von debis betreuten Router-Netzwerke dokumentiert – habe ich mit Grafik angefangen.

Bei diesen Ausflügen in die Vergangenheit taucht bei mir die Frage auf, ob ich nicht mal einen längeren autobiografischen Text verfassen sollte.

1 Nachdem das Jahr bei debis ohne Probleme ging, wollte mich die Zeitarbeit auf einmal loswerden und bat mich, zu kündigen, was ich ablehnte. Daraufhin brachte die Zeitarbeit einige fadenscheinige Sachen aufs Tablett, ich hätte mich bei dem kurzen Job nach debis – das war bei debitel – unkorrekt verhalten. Schließlich kündigte mir die Zeitarbeit.

Kostenloser ÖPNV – ein Kommentar

Ein Zitat aus dem Artikel „Kostenloser ÖPNV – und die Stadt verdient daran“1 in der „Zeit“:

„Das Ziel, Autofahrern öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft zu machen, erreichen sie damit nicht“, schränkt Cats ein. Die Zahl der Autofahrer, die wegen des kostenlosen Nahverkehrs umgestiegen sei, sei marginal. Es führen einfach mehr Menschen mit Bus und Tram, die vorher zu Fuß gegangen seien. Und im Hinblick auf die Diskussion in Deutschland fügt der Verkehrsforscher hinzu: „Einen wirklichen Effekt auf die Menge an Schadstoffen, die von Autos ausgestoßen werden, gibt es auch in Tallinn nicht.““–Benedikt Schulz

Imho müßte als flankierende Maßnahme der Autoverkehr in den Innenstädten deutlich reduziert werden, indem man z. B. an der Peripherie der City kostenlose Parkhäuser für die Pendler einrichtet. Gerade in Stuttgart mit seiner Kessellage und der damit verbundenen schlechten Luft könnte das ein Ansatz sein – wenn da nicht die gerade hier starke Autolobby (Daimler-Benz, Porsche, Bosch als Zulieferer) wäre.

In der „Stuttgarter Zeitung“ lese ich, daß einer IHK-Studie zufolge Stuttgart an Attraktivität verliert. Was wäre aber, wenn Stuttgart zu einer Vorzeige-Ökostadt umgebaut würde? Schließlich haben wir eine grüne Landesregierung. Nur: Der CDU-Oberbürgermeister Nopper sperrt sich ganz offensichtlich gegen solche Vorschläge. Jeder will auf einmal ökologisch sein, aber wenn’s um das konsequente Umsetzen geht, wird gemauert, und das können wir uns einfach nicht mehr leisten. Was wir hier brauchen, ist ein Paradigmenwechsel.

1 Es geht hier um den kostenlosen ÖPNV in Tallinn in Estland.