Spritualität in der Kunst

Adolf Hölzel: „Heilige Ursula“ 1914/15. Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Stuttgart.

Als ich voriges Wochenende in der neuen Ausstellung („Jetzt oder nie“) des Kunstmuseum Stuttgart war, ist mir u. a eine bestimmte Installation1 aufgefallen. Sind wir so weit gekommen? habe ich mich gefragt. Muß man heutzutage nichts mehr können außer „clever“ zu sein? Hinzu kommt noch, daß besagte Installation denkbar unspirituell (um nicht zu sagen: trostlos) ist. Die Aufsicht konnte (wollte?) mir auch gar nichts dazu sagen („Dazu habe ich keine Meinung“.). Für mich ist das denn auch ein absoluter Tiefpunkt in unserer aktuellen, meine Ansicht nach absolut richtungslosen Kunst, auch wenn andere Leute das vielleicht toll finden werden. Warum? – so frage ich mich – richtet das Kunstmuseum nicht einen Adolf-Hölzel-Raum2 ein, sind solche Gemälde wie das obige zur Legende der heiligen Ursula oder auch bestimmte Pastelle doch von einer tiefen Spiritualität3 geprägt, wie man/frau sie heutzutage leider vergeblich sucht.

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984)

2 Gibt es anscheinend schon.

3 Zur Definition von Spiritualität habe ich bei GEO eine gute Definition gefunden:

„Spiritualität hat mit Religion gemeinsam, dass beide sich auf eine transzendente Ebene beziehen. Das bedeutet, dass beide davon ausgehen, dass unsere sinnlich erfahrbare, sichtbare Welt nicht alles ist, was es gibt – sondern dass jenseits davon eine darüber hinausgehende Dimension existiert.“–Sebastian Murken

Kunstmuseum Stuttgart: „Jetzt oder nie“ (2)

Plakat zur Ausstellung „Jetzt oder nie“. Foto von mir.

War heute mit meiner Kamera in der heute und morgen kostenlosen Ausstellung „Jetzt oder nie“ im Stuttgarter Kunstmuseum. Im ersten Stock fand ich ein paar interessante Sachen wie etwa eine schönen Landschaft aus dem frühen 20. Jahrhundert oder zwei Pastellen von Adolf Hölzel („Anbetung“).

Otto Reininger:“Elbe“ (1906). Foto von mir.

Im zweiten Stock Fotografien und eine Installation, die lediglich aus übereinandergestapelten Stühlen und ein paar Leuchten bestand1. Die Aufsicht, die ich gefragt habe, konnte mir dazu nichts sagen („Ich habe dazu keine Meinung.“). Für mich ist so etwas Ausdruck der spirituellen Verarmung in der heutigen Kunst. Im dritten Stock schließlich auch nichts Besonderes (fand ich zumindest).

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984)