Kostenloser ÖPNV? (2)

Busse der SSB am Stuttgarter Schloßplatz. Quelle: VVS.

Auf eine Anfrage per Email an das Büro des Stuttgarter Oberbürgermeisters Dr. Frank Nopper habe ich ganz unerwartet schnell Antwort bekommen. Ein kostenloser ÖPNV in Stuttgart würde „weit über € 100 Millionen“ kosten. Das wäre vermutlich nur möglich, wenn da der Bund etwas zuschießen würde. Aber: Wenn das bei Stuttgart 21 geht, wo die Kosten immer weiter und weiter steigen, weshalb nicht beim ÖPNV?

In Planung ist jedenfalls ein Ticket für Jugendliche, Schüler und Studenten, das pro Jahr € 365 kosten soll. Nur zum Vergleich: Ich selbst bezahle für meine netzweit gültige polygoCard knapp € 700,- pro Jahr, also knapp das Doppelte.

Ich habe seit 1990 kein Auto mehr und möchte auch keins haben, selbst wenn ich mir eins leisten könnte. Mit dem ÖPNV des Stuttgarter Verkehrsverbunds VVS bin ich im Großen und Ganzen zufrieden. Es gibt nun für das Stadtgebiet Stuttgart auch nur noch eine einzige Zone, während es in den Neunzigerjahren noch vier Zonen waren: eine Kernzone und drei Zonen für die Randgebiete der Stadt.

Kostenloser ÖPNV?

Busse der SSB am Stuttgarter Schloßplatz. Quelle: VVS

Auf eine Email von mir habe ich vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg unerwartet Antwort bekommen, es gäbe streng genommen keinen kostenlosen ÖPNV, was natürlich stimmt. Irgendjemand muß immer die entstehenden Kosten tragen. Dann wurde ich auf den sogenannten Mobilitätspass hingewiesen. Trotzdem war ich doch etwas enttäuscht, weil ich eine weiterreichende Lösung im Auge hatte und zumal in der estnischen Stadt Tallinn das Konzept vom für Einwohner kostenlosen ÖPNV funktioniert. Es fehlt hier, so mein Eindruck, einfach am politischen Willen.

Intransparent

Werbung für den angeblich 30 Tage lang kostenlosen Zugang zu „Stern+“. © Copyright 2021 by Gruner + Jahr.

Wollte heute nochmal versuchsweise ein Probeabo vom „Stern+“ abschließen, d. h. abschließen wollte ich es natürlich nicht; ich habe mir nur die Bezahloption aufgerufen. Prompt stand da, obwohl das Abo 30 Tage lang kostenlos sein soll, ein Rechnungsbetrag von € 13,99.

Screenshot: Obwohl das Probeabo angeblich kostenlos ist, werden „vom System“ € 13,99 ausgewiesen. © Copyright 2021 by Gruner + Jahr.

Begründung in der FAQ des „Stern“:

„Warum sehe ich einen Preis im Warenkorb, wenn ich kostenlos testen möchte?

Der Preis wird aus Informationszwecken vom SYSTEM ausgespielt. Um STERN PLUS kostenlos testen zu können, schließen Sie den Check-out ab. Wenn Sie vor Ende der kostenlosen Probezeit kündigen, erfolgt KEINE Abbuchung. Der angezeigte Preis gilt erst nach der kostenlosen Probezeit und wird nur bei Weiterführung des Abos berechnet.“

„Vom System ausgespielt“. Es müßte doch technisch ohne Probleme möglich sein, den Betrag von € 0,00 auszuweisen. Ich bin da nach wie vor sehr, sehr skeptisch und werde einfach das Gefühl nicht los, daß es da nicht ganz mit rechten Dingen zugeht.

Weiterführender Link: Die Bewertungen dieses Abos bei Trustpilot (91% ungenügend).

Zitat:

„habe das stern + probeabo ausprobiert , direkt gekündigt und bekomme bis heute keine Bestätigung der Kündigung!!! Ich habe mehrmals auf deren Seite gekündigt und auch Emails geschrieben aber sie reagieren nicht. AUFPASSEN ABOFALLE !!!“–Jennifer S

Kostenloser ÖPNV – ein Kommentar

Ein Zitat aus dem Artikel „Kostenloser ÖPNV – und die Stadt verdient daran“1 in der „Zeit“:

„Das Ziel, Autofahrern öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft zu machen, erreichen sie damit nicht“, schränkt Cats ein. Die Zahl der Autofahrer, die wegen des kostenlosen Nahverkehrs umgestiegen sei, sei marginal. Es führen einfach mehr Menschen mit Bus und Tram, die vorher zu Fuß gegangen seien. Und im Hinblick auf die Diskussion in Deutschland fügt der Verkehrsforscher hinzu: „Einen wirklichen Effekt auf die Menge an Schadstoffen, die von Autos ausgestoßen werden, gibt es auch in Tallinn nicht.““–Benedikt Schulz

Imho müßte als flankierende Maßnahme der Autoverkehr in den Innenstädten deutlich reduziert werden, indem man z. B. an der Peripherie der City kostenlose Parkhäuser für die Pendler einrichtet. Gerade in Stuttgart mit seiner Kessellage und der damit verbundenen schlechten Luft könnte das ein Ansatz sein – wenn da nicht die gerade hier starke Autolobby (Daimler-Benz, Porsche, Bosch als Zulieferer) wäre.

In der „Stuttgarter Zeitung“ lese ich, daß einer IHK-Studie zufolge Stuttgart an Attraktivität verliert. Was wäre aber, wenn Stuttgart zu einer Vorzeige-Ökostadt umgebaut würde? Schließlich haben wir eine grüne Landesregierung. Nur: Der CDU-Oberbürgermeister Nopper sperrt sich ganz offensichtlich gegen solche Vorschläge. Jeder will auf einmal ökologisch sein, aber wenn’s um das konsequente Umsetzen geht, wird gemauert, und das können wir uns einfach nicht mehr leisten. Was wir hier brauchen, ist ein Paradigmenwechsel.

1 Es geht hier um den kostenlosen ÖPNV in Tallinn in Estland.

THE LÄND (3)

Werbung für „THE LÄND“ im Stuttgarter Hauptbahnhof. Foto von mir.

Hatte heute endlich mal meine Kamera dabei und konnte so die Werbung für „THE LÄND“ fotografieren. Na ja, das gibt zwar dem Durchgang im Stuttgarter Hauptbahnhof einen positiven Anstrich, aber wenn da nicht noch deutlich mehr kommt, halte ich persönlich die € 21 Millionen für rausgeworfenes Geld. Da hätte das Land imho besser in einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr investiert. In der estnischen Stadt Tallinn funktioniert das seit fünf Jahren.

Unklar

Wollte gerade ein Probeabo der digitalen Ausgabe des „Stern“ abschließen, das angeblich € 0,00 kosten soll. Ich gebe also meine Daten ein, wähle zur Bezahlung die Option „PayPal“, aber da erscheint auf einmal eine Rechnungssumme von € 13,99. Ich rufe also die Hotline an, um diese Sache zu klären, aber da bekomme ich nach dem Eingangsmenü nur so einen nervigen Mann in die Leitung, eine Bandansage. Prompt habe ich wieder aufgelegt. Kostentransparenz – Fehlanzeige.

Weiterführender Link: Die Bewertungen dieses Abos bei „Trustpilot“ (90% negativ).

Kostenloser ÖPNV?

Auf der Seite „Zukunft Mobilität“ habe ich den lesenswerten Artikel „Welche Vor- und Nachteile hat ein kostenloser ÖPNV? Werden Autofahrer wirklich zur ÖPNV-Nutzung animiert?“ entdeckt.

Ein Zitat:

„Durch die Verringerung des Pkw-Verkehrs sinkt die Umweltbelastung sowie die Zahl der Unfälle. Vorteile ergeben sich vor allem bei der Zahl und der Schwere der Verkehrsunfälle. Da nicht nur Autofahrer zum Wechsel des Verkehrsmittels animiert werden, sondern auch Fußgänger und Radfahrer – und damit die schwächsten Verkehrsteilnehmer – verstärkt den ÖPNV1 nutzen, sinken beide Parameter und die damit verbundenen Unfallkosten. Somit ergibt sich aus einer Verringerung des Rad- und Fußgängerverkehrs ein positiver Effekt für den Pkw-Verkehr, da die Unfallkosten sinken. Dies sollte aber auf keinen Fall primäres Ziel sein.“–Martin Randelhoff

Zum selben Thema hatte ich nach einem Telefonat mit einer VVS-Mitarbeiterin dem VVS eine Email geschrieben. Leider keine Antwort, wie es anscheinend immer öfter Mode wird. Mich hätte interessiert, ob es für den ÖPNV in der Region Stuttgart eine Machbarkeitsstudie zu einem kostenlosen ÖPNV gibt.

1 ÖPNV = öffentlicher Personennahverkehr

Scripts für ImageMagick

Auf der Website von Fred Weinhaus hat es, wenn ich richtig gezählt habe, 366 (!) Scripts für ImageMagick. Nachdem ich bereits mehrere dieser kostenlosen Scripts benutzt habe, dachte ich, ich poste hier mal den Link. Diese Scripts laufen nur unter Linux; für die Benutzung unter Windows müssen sie entsprechend angepaßt werden. Für ein Beispiel seht bitte diesen Beitrag.

Desktop-Hintergrund

Mein neuer Desktop-Hintergrund. © Copyright 2021 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Habe mir, meinem Neffen und meinem Schwager gerade je einen Desktop-Hintergrund kreiert. Software: Gimp 2.10.18 und Fyre 1.01. Wenn ihr, die Besucher dieses Blogs, gerne auch einen möchtet, könnt ihr hier einen Kommentar posten. Ich sehe dann, was sich machen läßt.