Deutscher Museumbund

Das Kunstmuseum Stuttgart. Foto von mir.

Gerade entdeckt: der Deutsche Museumsbund. Für vergleichsweise günstige € 65,- bzw. ermäßigte € 40,- Jahresbeitrag bekommt man in an die 1000 Museen in Deutschland freien Eintritt. Für Kunstinteressierte wie mich lohnt sich eine Mitgliedschaft auf jeden Fall. Sowohl das Kunstmuseum Stuttgart als auch die Stuttgarter Staatsgalerie können bei einer Mitgliedschaft kostenlos besucht werden.

In Stuttgart (17): Fotostrecke

Als ich heute mittag nach Stuttgart gefahren bin, habe ich meine Kamera mitgenommen, weil ich im Stuttgarter Hauptbahnhof einen ICE („Deutschlands schnellster Klimaschützer“) fotografieren wollte. Hier also ein paar Fotos, die ich in Stuttgart bzw. während der Fahrt gemacht habe.

Im Zug von Abellio nach Stuttgart.
ICE im Stuttgarter Hauptbahnhof.
Werbung für „THE LÄND“ im Stuttgarter Hauptbahnhof.
Werbung für „THE LÄND“ (Detail) im Stuttgarter Hauptbahnhof.
Aufkleber auf dem Boden des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Fassade des Kunstmuseums Stuttgart.
Fassade des Kunstmuseums Stuttgart (Ansicht von hinten vom Kleinen Schloßplatz).
Bücher beim „Wittwer“.
Vorbeifahrender Zug der DB auf der Rückfahrt von Stuttgart nach Ludwigsburg. Fotos alle von mir. © Copyright 2021 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Spritualität in der Kunst

Adolf Hölzel: „Heilige Ursula“ 1914/15. Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Stuttgart.

Als ich voriges Wochenende in der neuen Ausstellung („Jetzt oder nie“) des Kunstmuseum Stuttgart war, ist mir u. a eine bestimmte Installation1 aufgefallen. Sind wir so weit gekommen? habe ich mich gefragt. Muß man heutzutage nichts mehr können außer „clever“ zu sein? Hinzu kommt noch, daß besagte Installation denkbar unspirituell (um nicht zu sagen: trostlos) ist. Die Aufsicht konnte (wollte?) mir auch gar nichts dazu sagen („Dazu habe ich keine Meinung“.). Für mich ist das denn auch ein absoluter Tiefpunkt in unserer aktuellen, meine Ansicht nach absolut richtungslosen Kunst, auch wenn andere Leute das vielleicht toll finden werden. Warum? – so frage ich mich – richtet das Kunstmuseum nicht einen Adolf-Hölzel-Raum2 ein, sind solche Gemälde wie das obige zur Legende der heiligen Ursula oder auch bestimmte Pastelle doch von einer tiefen Spiritualität3 geprägt, wie man/frau sie heutzutage leider vergeblich sucht.

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984)

2 Gibt es anscheinend schon.

3 Zur Definition von Spiritualität habe ich bei GEO eine gute Definition gefunden:

„Spiritualität hat mit Religion gemeinsam, dass beide sich auf eine transzendente Ebene beziehen. Das bedeutet, dass beide davon ausgehen, dass unsere sinnlich erfahrbare, sichtbare Welt nicht alles ist, was es gibt – sondern dass jenseits davon eine darüber hinausgehende Dimension existiert.“–Sebastian Murken

In Stuttgart (15)

Da ich gestern nach dem Besuch des Kunstmuseums Stuttgart total vergessen hatte, meinen Rucksack aus dem Schließfach zu nehmen, bin ich heute nochmal hingegangen – auch, um mir den Titel dieser komischen Installation1 aufzuschreiben.

Danach war ich noch im „Hüftengold“ am Olgaeck, einen Schümli trinken und ein Bircher Müsli (empfehlenswert!) essen. War ganz überrascht von der guten, entspannten Atmosphäre, ungeachtet der Tatsache, daß sich am Nebentisch drei Frauen laut unterhalten haben. Auch die Bedienungen waren ausnehmend nett, so daß ich beim Zahlen gerne ein Trinkgeld gegeben habe. Dann wieder zurück nach Ludwigsburg.

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984). Ich sehe schon, ich muß das mal fotografieren, denn a) gibt es im Internet kein ordentliches Foto und b) habe ich nicht die Rechte daran.

Kunstmuseum Stuttgart: „Jetzt oder nie“ (2)

Plakat zur Ausstellung „Jetzt oder nie“. Foto von mir.

War heute mit meiner Kamera in der heute und morgen kostenlosen Ausstellung „Jetzt oder nie“ im Stuttgarter Kunstmuseum. Im ersten Stock fand ich ein paar interessante Sachen wie etwa eine schönen Landschaft aus dem frühen 20. Jahrhundert oder zwei Pastellen von Adolf Hölzel („Anbetung“).

Otto Reininger:“Elbe“ (1906). Foto von mir.

Im zweiten Stock Fotografien und eine Installation, die lediglich aus übereinandergestapelten Stühlen und ein paar Leuchten bestand1. Die Aufsicht, die ich gefragt habe, konnte mir dazu nichts sagen („Ich habe dazu keine Meinung.“). Für mich ist so etwas Ausdruck der spirituellen Verarmung in der heutigen Kunst. Im dritten Stock schließlich auch nichts Besonderes (fand ich zumindest).

1 Stephan Huber: „Lenins flammende Rede zur Elektrifizierung“ (1984)

In Stuttgart (8)

Während ich gestern abend in Stuttgart auf einer Vernissage war, habe ich erfreut bemerkt, daß man/frau endlich wieder draußen sitzen und was essen oder trinken kann. Der ganze Schloßplatz hat vor Leben regelrecht pulsiert, ob das die Terrasse von dem Kunstmuseum war oder der Starbucks nebenan. An der Calder-Plastik ein junger Mann (religiös???), der irgendwas laut rumgeschrieen hat. Das Kunstmuseum war um diese Zeit – kurz vor halb acht Uhr abends – ungeachtet der Vernissage überraschend schwach besucht. Vielleicht mache ich mal bei schönem Wetter am Samstagabend einen Abstecher nach Stuttgart.

Gedanken zum heutigen Tag

Da seit Montag der Bäcker und Konditor Trölsch sein Café wieder geöffnet hat, war ich schon ein paarmal einen Cappuccino mit Sahne trinken. Ich bin auch zu dem Schluß gekommen, daß ich mein neuestes Relief doch rahmen lassen will, wei das auf den Monat umgerechnet nur knapp drei Cappuccinos sind, und das kann ich wirklich verkraften. Die Klientele um den Ludwigsburger Busbahnhof ist mir ehrlich gesagt alles anderen als sympathisch, insbesondere eine Gruppe von Männern, die da jeden Tag nachmittags auf einer bestimmten Bank sitzen und sich heruntersaufen. Ergo bin ich doch froh, wenn ich wieder in meinem Apartment bin. In absehbarer Zeit werde ich ja meinen Mini-Verstärker wiederbekommen, einen Nobels „Streetman 10“, der wider Erwarten doch noch funktioniert und in den ich mit Hilfe von Carlos vom Stuttgarter „American Guitar Center“ einen Bleigel-Akku eingebaut habe.

Als ich noch in Stuttgart gewohnt habe, habe ich ein paarmal auf der Königstraße bzw. dem Schloßplatz vor dem Kunstmuseum Straßenmusik gemacht, aber kaum etwas eingenommen. Die eine Brezel-Verkäuferin beim „Wittwer“ hat mich später immer wieder gefragt, ob ich denn mal wieder spielen würde, was ich jedesmal verneinen mußte. Jetzt, wo ich in Ludwigsburg wohne, wäre es auch zu kompliziert, mit Gitarre und Verstärker nach Stuttgart zu fahren; abgesehen davon habe ich mein „Wägelchen“ aus verchromtem Stahlrohr nicht mehr. Dafür kann ich dann aber bald mit meiner E-Gitarre im Innenhof neben unserem Apartmenthaus spielen.

Hermann Stenner: „Selbstportrait“

Als ich das letzte Mal im Stuttgarter Kunstmuseum war, ist mir folgendes, malerisch wirklich sehr schöne Selbstportrait des 1914 leider viel zu früh verstorbenen Malers Hermann Stenner (* 1891) aufgefallen, und ich fand es so schön, daß ich es unbedingt fotografieren mußte.

Hermann Stenner: „Selbstportrait“. Kunstmuseum Stuttgart. Copyright erloschen. Foto von mir.

Adolf Hölzel

Adolf Hölzel: „Heilige Ursula“ 1914/15. Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Stuttgart.

Der 1853 – im selben Jahr wie Ferdinand Hodler und Vincent van Gogh – in Ölmütz/Mähren geborene Adolf Hölzel ist einer meiner Lieblingsmaler und das obige Gemälde eines meiner Lieblingswerke von ihm. Viel zu wenig bekannt, ging dieser Wegbereiter der abstrakten Malerei – seine „Komposition in Rot I“ entstand bereits 1905 – nach dem Kunststudium nach Dachau, wo er unter anderem als Lehrer wirkte. Ebenfalls im Jahre 1905 wurde Hölzel nach Stuttgart an die Königlich Württembergische Kunstakademie berufen, wo er bis 1918 lehrte. Zu seinen Schülern gehörten Ida Kerkovius, Willi Baumeister und Oskar Schlemmer. Neben seiner Lehrtätigkeit ist noch der im Besitz der Stuttgarter Staatsgalerie befindliche kunsttheoretische Nachlaß zu erwähnen. Hier setzte sich Hölzel auch theoretisch mit den Fragen des künstlerischen Schaffens auseinander.

Hier ein Auszug:

Ein Blatt aus Adolf Hölzels kunsttheoretischem Nachlaß.

Adolf Hölze verstarb 1934 und wurde auf dem Stuttgarter Waldfriedhof beigesetzt.

Weiterführender Link: Die Website der Adolf-Hölzel-Stiftung.