Gedanken zum heutigen Tag

Da seit Montag der Bäcker und Konditor Trölsch sein Café wieder geöffnet hat, war ich schon ein paarmal einen Cappuccino mit Sahne trinken. Ich bin auch zu dem Schluß gekommen, daß ich mein neuestes Relief doch rahmen lassen will, wei das auf den Monat umgerechnet nur knapp drei Cappuccinos sind, und das kann ich wirklich verkraften. Die Klientele um den Ludwigsburger Busbahnhof ist mir ehrlich gesagt alles anderen als sympathisch, insbesondere eine Gruppe von Männern, die da jeden Tag nachmittags auf einer bestimmten Bank sitzen und sich heruntersaufen. Ergo bin ich doch froh, wenn ich wieder in meinem Apartment bin. In absehbarer Zeit werde ich ja meinen Mini-Verstärker wiederbekommen, einen Nobels „Streetman 10“, der wider Erwarten doch noch funktioniert und in den ich mit Hilfe von Carlos vom Stuttgarter „American Guitar Center“ einen Bleigel-Akku eingebaut habe.

Als ich noch in Stuttgart gewohnt habe, habe ich ein paarmal auf der Königstraße bzw. dem Schloßplatz vor dem Kunstmuseum Straßenmusik gemacht, aber kaum etwas eingenommen. Die eine Brezel-Verkäuferin beim „Wittwer“ hat mich später immer wieder gefragt, ob ich denn mal wieder spielen würde, was ich jedesmal verneinen mußte. Jetzt, wo ich in Ludwigsburg wohne, wäre es auch zu kompliziert, mit Gitarre und Verstärker nach Stuttgart zu fahren; abgesehen davon habe ich mein „Wägelchen“ aus verchromtem Stahlrohr nicht mehr. Dafür kann ich dann aber bald mit meiner E-Gitarre im Innenhof neben unserem Apartmenthaus spielen.

Bettler

Bis vor ungefähr zwei Wochen saß in der Ludwigsburger Myliusstraße eine rumänische Bettlerin, der ich immer etwas gegeben habe. Das ging sogar so weit, daß ich mir überlegte, ihr irgendwie zu helfen, weil sie mir sympathisch war. Dann war sie ca. zwei Wochen nicht da, bis ich sie vorige Woche wieder habe beim Trölsch sitzen sehen. Heute aber war sie nicht allein; sie saß mit einem etwas dubios aussehenden Mann zusammen, der in der Hand lauter 5-Euro-Scheine hatte. Das ist also doch eine Bettlerbande, dachte ich mir. Als Konsequenz gebe ich dieser Bettlerin nun nichts mehr.; ich brauche mein Geld auch für wichtigere Dinge.