Kostenloser ÖPNV – ein Kommentar

Ein Zitat aus dem Artikel „Kostenloser ÖPNV – und die Stadt verdient daran“1 in der „Zeit“:

„Das Ziel, Autofahrern öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft zu machen, erreichen sie damit nicht“, schränkt Cats ein. Die Zahl der Autofahrer, die wegen des kostenlosen Nahverkehrs umgestiegen sei, sei marginal. Es führen einfach mehr Menschen mit Bus und Tram, die vorher zu Fuß gegangen seien. Und im Hinblick auf die Diskussion in Deutschland fügt der Verkehrsforscher hinzu: „Einen wirklichen Effekt auf die Menge an Schadstoffen, die von Autos ausgestoßen werden, gibt es auch in Tallinn nicht.““–Benedikt Schulz

Imho müßte als flankierende Maßnahme der Autoverkehr in den Innenstädten deutlich reduziert werden, indem man z. B. an der Peripherie der City kostenlose Parkhäuser für die Pendler einrichtet. Gerade in Stuttgart mit seiner Kessellage und der damit verbundenen schlechten Luft könnte das ein Ansatz sein – wenn da nicht die gerade hier starke Autolobby (Daimler-Benz, Porsche, Bosch als Zulieferer) wäre.

In der „Stuttgarter Zeitung“ lese ich, daß einer IHK-Studie zufolge Stuttgart an Attraktivität verliert. Was wäre aber, wenn Stuttgart zu einer Vorzeige-Ökostadt umgebaut würde? Schließlich haben wir eine grüne Landesregierung. Nur: Der CDU-Oberbürgermeister Nopper sperrt sich ganz offensichtlich gegen solche Vorschläge. Jeder will auf einmal ökologisch sein, aber wenn’s um das konsequente Umsetzen geht, wird gemauert, und das können wir uns einfach nicht mehr leisten. Was wir hier brauchen, ist ein Paradigmenwechsel.

1 Es geht hier um den kostenlosen ÖPNV in Tallinn in Estland.

Lobbyismus

Bei der Lobbypedia gefunden: der Verband der Automobilindustrie (VDA).

Zitat:

„Laut der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des haushaltspolitischen Sprechers der Grünen, Sven-Christian Kindler, hatte Scheuer seit seinem Amtsantritt im März 2018 80 Treffen mit der Autoindustrie.[15] Die größten Umweltorganisationen wie BUND, Nabu, Greenpeace, WWF und Deutsche Umwelthilfe kamen danach nur auf ein Treffen. Daimler und BMW waren an jeweils 29 Gesprächen beteiligt, der VDA an 25, VW an 29, die VW-Töchter Audi und Porsche an 10 bzw. 3. Neben Werkseröffnungen und Empfängen sei es vor allem um Lobby-Kontakte im kleinsten Kreis gekommen. Dazu kommentierte Kindler: “ Andreas Scheuer ist der Minister der Autolobby. Für die Bosse der Autokonzerne ist der CSU-Minister Tag und Nacht erreichbar, während er die Umweltverbände eiskalt abblitzen lässt“.“