Typisch

Habe ich doch beim „Spiegel“ den Artikel „Künftiger Verkehrsminister Wissing präsentiert sich als Anwalt der Autofahrer“1 entdeckt, denke ich mir: Das ist typisch FDP, die eben bremst, wo sie kann. Ging schon die Absage ans Tempolimit in diese Richtung, kann ich das, was jetzt kommt, überhaupt nicht mehr nachvollziehen. Haben die denn gar nichts dazugelernt? frage ich mich.

1 Wissing will die Kfz-Steuer senken. Mich ärgert so etwas, hat der doch überhaupt nichts begriffen. Hier – und nicht nur hier – fällt mir unweigerlich Hermann Hesse ein.

Der andere Blick

„Der Kompromiss ist kein Wert an sich: Warum der Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien nicht überzeugt“ lautet die Überschrift eines Artikels bei der „Neuen Züricher Zeitung“.

Zitat:

„Durch das Koalitionspapier von SPD, Grünen und FDP zieht sich ein unschönes Muster: Statt Lösungen für Deutschlands grösste Probleme finden sich hier Vereinbarungen, die kaum zum Ziel führen, aber das Bündnis stabil halten dürften.“–Jonas Hermann

Und:

„Die Harmonie scheint jedoch mit Kompromissen erkauft zu sein, die eher dem Bündnis zugutekommen als dem Land.“–Jonas Hermann

Weiterführender Link: „Der Koalitionsvertrag der Ampel im Wortlaut“ auf der Website des „Spiegel“. Und – auch hier: „Ein generelles Tempolimit wird es nicht geben.“. Tja, tut mir leid, aber so macht man keine Nägel mit Köpfen. Als PDF kann man sich den Koalitionsvertrag bei der „Tagesschau“ herunterladen.

Eine Email an den „Spiegel“

„Sehr geehrte Damen und Herren,

warum bringen Sie nicht mal eine engagierte Artikelserie bzw. einen Titel zum Thema „Armut und Reichtum in Deutschland“? Ich finde, so etwas ist längst überfällig. Einerseits werden beim geplanten Umbau unserer Gesellschaft (Klimakrise, Digitalisierung) zig Milliarden gebraucht, aber die Leute, die das Geld haben, sind tabu und werden vom Staat geschont. Ich frage mich, wie lange wir uns das noch leisten können. Auch der Hunger und die Armut in der Dritten Welt sind gemacht und müßten absolut nicht sein. Es wäre bzw. ist genug für alle da. Darauf hinzuweisen ist m. E. die Aufgabe eines engagierten Journalismus.

Mit freundlichen Grüßen,

Claus Cyrny“

Bundestagsabgeordnete

Bei der „Zeit“ hat es eine interaktive Übersicht aller 736 Bundestagsabgeordneten nach Parteizugehörigkeit. Finde es überdies sehr ungerecht, daß Bundestagsabgeordnete soviel dazuverdienen können, wie sie wollen (?) – da kommen laut „Spiegel“ teilweise Millionen zusammen -, während ich als Bezieher von Grundsicherung alle Nebeneinkünfte angeben muß, worauf mir dann ca. 80% abgezogen – „angerechnet“ heißt das so schön – werden.

Email an den „Spiegel“

Nach meinem letzten Beitrag habe ich dem „Spiegel“ eine Email geschrieben d. h. eigentlich waren es zwei. Die erste, die ich in meinem Ärger geschrieben habe, bestand nur aus dem Satz „Guten Tag, spinnen Sie jetzt vollends?“, und, nachdem ich ganz unverhofft Antwort bekam, schrieb ich noch eine zweite:

„Sehr geehrte Frau Elsner,

wissen Sie, ich bin durchaus in der Lage, mich differenziert auszudrücken, aber wenn ich das höre “ … spielen mit einer verlockenden Idee“, dann frage ich mich, in welchem Universum diese Leute leben. Was ist an einem Vulkanausbruch bitteschön „verlockend“? Hinter diesem „Solar Geoengineering“ steckt doch die Idee: Wir sind so gut, wir können alles. Entschuldigen Sie, aber das ist doch absoluter Größenwahn. Dahinter steckt auch die imho absolut fatale Illusion, daß es für bzw. gegen den Klimawandel eine schnelle Lösung gibt und wir unser Verhalten nicht ändern brauchen. Die Ampel-Koalition bekommt ja – das haben wir ja wohl der FDP zu verdanken bzw. den Grünen, die hier eingeknickt sind – nicht einmal ein Tempolimit auf unseren Autobahnen hin. Das würde ja „nur“ 2 Millionen Tonnen CO2 sparen – von weniger Toten ganz zu schweigen. Mich ärgert so etwas einfach – genau wie dieser Podcast – , ergo mein dementsprechendes Feedback.

Mit freundlichen  Grüßen,   Claus Cyrny“

Für mich spricht aus dem Konzept – wobei ich mich immer noch frage, ob ich das nicht nur träume -, die Erderwärmung durch einen „imitierten“ Vulkanausbruch zu stoppen, ein absoluter Machbarkeitswahn. Als ich das zum ersten Mal im „Spiegel“ gelesen habe – das ist schon eine Weile her -, habe ich Prof. Harald Lesch eine Email geschrieben, jedoch leider keine Antwort erhalten, was ich schade fand. Na ja.

Spinnen die?

Bei „Spotify“ hat es einen Podcast des „Spiegel“, der den Titel „Können wir die Sonne verdunkeln, um das Klima zu retten?“ trägt.

Nur ein Zitat, das aber wirklich Bände spricht:

„Wenn die Sonne weniger scheinen würde, könnten wir den Klimawandel aufhalten. Forscherinnen und Forscher denken darüber schon länger nach – Solar Geoengineering heißt das Fachgebiet. Eine der Idee: Einen Vulkanausbruch imitieren, der die Sonne verdunkelt und so den Planeten kühlt. Eine andere: Spiegel im All aufstellen und mit ihnen die Sonneneinstrahlung reflektieren.“–Der „Spiegel“

Ich meine, spinnen die jetzt vollends? Einen Vulkanausbruch imitieren? Geht’s noch?