Bonatzbau

Nachdem sich nun trotz Ankündigung, er würde renoviert, seit letztem Dezember im Bonatzbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs praktisch nichts tut, habe ich mich gerade per Email an die Ingenieure22 gewandt, da mir die ganze Sache langsam doch etwas komisch vorkommt. (Ich habe hier ja schon darüber berichtet.) Bin mal gespannt, ob ich da eine Antwort bekomme; das ist ja heute nicht mehr selbstverständlich.

In Stuttgart (7)

War gestern wieder in Stuttgart, weil ich dort einen Termin hatte. Im Bonatzbau des Hauptbahnhofs nach wie vor kein Anzeichen von Bauarbeiten, und das schon seit vorigem Dezember. Ich finde das absolut komisch und frage mich, was da los ist. Man hatte mir ja am Telefon etwas von „Maßnahmen im Hintergrund“ erzählt, aber ich hatte das deutliche Gefühl, daß mich der betreffende Herr angelogen hat. Das Gespräch war sowieso komisch.

Perspektiven (4)

Bin jetzt Mitglied im Stuttgarter Künstlerhaus, das u. a. eine Film- sowie eine Video-Werkstatt hat. So kann ich meinen geplanten Kurzfilm „Desmond Blue“ endlich verwirklichen. Und: Im Dezember kann ich mir die lang ersehnte Sony Alpha 7 kaufen, eine spiegellose Vollformatkamera.

Foto © Copyright Sony Corporation.

In der Stadt

Im Folgenden ein Text, den ich 2002, als ich noch in Stuttgart gewohnt habe, verfaßt habe.

Nun bin ich – ganz entgegen meinen Vorsätzen – doch wieder auf der Königstraße gelandet. Hier das übliche Samstagsgewimmel. In einem Kaufhaus trinke ich einen sehr guten Espresso Macchiato (€ 1,70). Drei attraktive, südländisch wirkende Frauen sehen sich neben mir (ich sitze an der Bar) nach einem Platz um. Ich biete ihnen an, etwas nach links zu rücken, damit sie sich noch einen dritten Barhocker hinstellen können, aber sie lehnen höflich ab. Ich gehe nach oben in die Herrenabteilung und frage nach Anzügen von Paul Smith, aber von „Paul Smith“ hat der Verkäufer („Meinen Sie vielleicht »Paul«?“) – wie erwartet – noch nie etwas gehört.

Draußen, wieder auf der Straße, anonyme Massen, die sich achtlos aneinander vorüberschieben. Vor einer Bankfiliale liegt ein Obdachloser mit einer Decke einfach auf dem Boden. Ich denke mir: ‚Ist es denn schon so weit? Vielleicht sollte man ja auf der Königstraße Betten aufstellen.‘ Die zunehmende Verwahrlosung hier in der Innenstadt schockiert mich immer wieder aufs Neue. Dies ganz im Kontrast zu dem Bild vom „sauberen Spätzles-City„, das die Verantwortlichen so gerne verbreiten. Heruntergekommene Bettler am Rand der Fußgängerzone, die bittend die Hand aufhalten, nicht selten mit der Bierflasche neben sich. Immer wieder auch heruntergekommene Gestalten in kleinen Gruppen, die dasitzen, qualmen und oder Bier trinken, lärmen, oder – alleine dasitzend – dumpf vor sich hinstieren.

Wie ich dieses Treiben so betrachte, komme ich mir vor, als hätte es mich auf einen fremden Planeten verschlagen, so groß ist der Kontrast zu dem, was ich mir unter einer angenehmen Umgebung vorstelle. Jedesmal, wenn es mich in die Innenstadt verschlägt, frage ich mich aufs Neue, wohin sich unsere Gesellschaft denn entwickelt, so befremdet bin ich von dem, was ich sehe. Ich denke mir, ein Marsbewohner, den es auf die Erde verschlagen hat, könnte es auch nicht krasser empfinden.

Da ich bis „Spider-Man“ noch etwas Zeit habe, sehe ich mich nach einem neuen Drucker um. Wie immer bin ich schockiert von den Preisen, die für das Zubehör verlangt werden. Während ein alter Drucker für ganze € 5,- angeboten wird, kostet der Druckkopf, den ich dazukaufen müßte, allein ca. € 70,- (!). Ich frage mich, ob diese unverschämte Abzocke eigentlich rechtlich haltbar ist, aber das ist eben der Trend der Zeit!

Auf dem Schloßplatz ein „Swing“-Event, der mir wieder mal bewußt macht, daß mich das, was heutzutage so unter dem Etikett „Mainstream-Jazz“ läuft, einfach tödlich langweilt.

Schließlich habe ich in einer Buchhandlung ein kurzes, nettes Gespräch mit einer Verkäuferin. Ich hatte mich nach Science-Fiction-Romanen erkundigt, aber das, was ich Regal sehe, überzeugt mich alles nicht so recht. Eigentlich wollte ich ja nur die Zeit bis zum Film überbrücken – nun ja! Nach interessanten Büchern umschauen kann ich mich auch ein anderes Mal!

© Copyright 09.07.2002 by Claus Cyrny.

In Stuttgart (5)

Da ich heute vormittag nichts zu tun hatte, beschloß ich , einen Abstecher nach Stuttgart zu machen. Im Bonatzbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs sah ich mich nach evt. Anzeichen von Renovierungsarbeiten um – vergeblich. Das geht, wie ich schon moniert habe, jetzt seit über einem halben Jahr so. In der Holanka-Bar im „Wittwer“ einen Crema und einen Mandelberg. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nach einem bestimmten Buch zu schauen, aber leider war mir der Titel entfallen, und da auch die Abteilung im 4. Stock mit den Grafikbüchern nichts für mich Interessantes bot, machte ich mich auf den Rückweg nach Ludwigsburg. Im wartenden RegioExpress ein verschlagen aussehender Mensch, der schnell an mir vorbei ging. Wieder in Ludwigsburg, wollte ich eigentlich den 413er nehmen; allein redete da ein farbiger Fahrgast so laut in sein Handy, daß ich wieder ausstieg und zu Fuß ging. Heute abend ist wieder Blender-Meetup über Discord, und Donnerstag in einer Woche wollen wir uns wieder mal im „Blauen Engel“ neben der Filmakademie treffen.

Handys

Auch heute wieder hat sich mir im RegioExpress von Stuttgart nach Ludwigsburg das gewohnte Bild geboten. Bis auf einen Mann mit Kontrabaß, der seinen Kopf müde ans Instrument gelehnt hatte, haben alle – es waren ca. fünf – Fahrgäste um mich herum auf ihre Handys gestarrt. Haben die Leute denn nichts anderes zu tun?, frage ich mich. Weshalb sich nicht mal – ungeheurer Gedanke – mit dem/der Reisenden nebenan unterhalten? Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich habe irgendwie den Eindruck, daß dieses wie hypnotisierte Geglotze etwas Ungesundes an sich hat. Als ich noch in Ostfildern gewohnt habe, konnte ich Leute in der Stadtbahn nach Stuttgart hinunter beobachten, die wirklich eine Viertelstunde aufs Handy gestarrt haben. Ist das Fortschritt?, frage ich mich. Und zu mir: Ich habe nur ein ganz altes Nokia-Handy – kein Smartphone – , das ich meistens dazu benutze, um mir die TANs für Bank-Transaktionen u. ä. zuschicken zu lassen. Telefonieren tue ich damit kaum, und ich glotze schon gar nicht stundenlang darauf rum.

12:24 Uhr

War heute mal wieder in Stuttgart, einen Kaffee trinken. Im Bonatzbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs tut sich immer noch nichts. Lediglich die Leinwände mit Graffiti stehen an den Wänden herum. Im Prinzip geht diese sichtbare Untätigkeit seit Weihnachten so.

In der Holanka Bar das obligatorische, corona-bedingte Zettel-Ausfüllen, dessen Sinn ich irgendwie in Frage stelle, denn wer will aus den vermutlich hunderten von Zetteln denjenigen herausfinden, den ein Infizierter ausgefüllt hat?

Kurze Lektüre von John le Carrés neuem Buch „Federball“ (engl: „Agent Running In The Field“). Finde den deutschen Titel wenig ansprechend; mit Agenten hat er eigentlich gar nichts zu tun. Die Hauptperson spielt eben gerne Badminton.

Bei John le Carré fällt mir spontan Frederik Forsyths „Der Schakal“ ein, den ich denjenigen, die gerne Thriller lesen, unbedingt empfehlen kann.

13:15 Uhr

Habe mir heute interessehalber die Studiengänge der Ludwigsburger Filmakademie angeschaut. Ich hatte mir überlegt, dort evt. zu studieren. Das Angebot besteht aber, wie ich etwas enttäuscht feststellen mußte, lediglich aus verschiedenen Studiengängen zu Teilaspekten des Filmemachens, wogegen mir ein – wie soll ich sagen – holistischer Studiengang vorschwebt, der alle Teilaspekte behandelt. Hmmm, schade. Bleibt also die Filmwerkstatt des Künstlerhauses Stuttgart.

16:09 Uhr

Nach dem Linux-Chat am Mittwochabend habe ich mit dem Leiter der Medienwerkstatt des Stuttgarter Werkstatthauses vereinbart, daß wir nach seinem Urlaub im Oktober mal chatten. Dann wird jetzt ja demnächst vom Stuttgarter Künstlerhaus mein Mitgliedsantrag bearbeitet, so daß ich hoffentlich bald Zugang zur Video- bzw. zur Filmwerkstatt bekomme. Ich möchte ja einen auf der Paul-Desmond-Komposition „Desmond Blue“ basierenden Kurzfilm drehen und habe schon die Erlaubnis von Derry Music, diese Komposition im Film zu verwenden. Da bin ich mal gespannt, wie das wird. Es gibt da nämlich technisch ein paar Aspekte, die nicht ganz ohne sind wie z. B. Nachtaufnahmen aus einem Zug oder einer S-Bahn heraus.

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Desmond Blue“.

Zeichenschulen

Ich muß zugeben, daß ich mit den auf dem Büchermarkt erhältlichen Zeichenschulen so meine Probleme habe. Ein Bekannter von mir, der an einer Waldorfschule Kunst unterrichtet, hat mir mal gesagt, diese Zeichenschulen seien „total unkünstlerisch“, womit ich voll und ganz übereinstimme. Und nicht nur das: Die Autoren dieser Zeichenschulen zeichnen in den (imho absolut geistlosen) Bespielen Linien, die man/frau zuerst mal sehen muß. Ich hatte das Glück, im Stuttgarter „Forum 3“ eine Zeichenlehrerin zu haben, die uns ganz vorsichtig an das Modell (das war ein Kurs über Portrait-Zeichnen) herangeführt hat. Wir durften die „Linie“ erst suchen.