Dudel-Pop (7)

Habe auf eine Anfrage hin, weshalb auf SWR3 keine Stücke aus den 60er- und 70er-Jahren laufen würden, sinngemäß zur Antwort bekommen, man habe da andere Prioritäten; Oldies würden bevorzugt auf SWR1 gesendet, der mehr für ältere Leute da sei. Man hoffe, daß ich auf SWR3 auch etwas nach meinem Geschmack finden würde. Na ja. Daß ich SWR3 nur zwangsweise höre, wenn ich bei meiner Nachbarin zu Besuch bin, weiß der verantwortliche Redakteur natürlich nicht. Ich kann mir die ganze Malaise – und das betrifft ja nicht nur den SWR3, sondern auch andere Radio-Stationen – nur so erklären, daß die verantwortlichen Redakteure vermutlich in den 80er-Jahren geboren wurden und die 60er- und 70er-Jahren einfach nicht mehr im Blickfeld haben, was ja an sich schon traurig genug ist. Mir wird auch klar. daß von seiten des SWR3 keinerlei Kritik an den derzeit herrschenden Zuständen zu erwarten ist. So werden wir eben weiter mit dem Max-Martin-Dudel-Pop beschallt.

Dudel-Pop (5)

Kritisches über die lokalen Radiosender hier im Großraum Stuttgart zu schreiben, ist eigentlich müßig; ändern tut sich eh‘ nichts, ob das jetzt „Die neue 107.7“ ist oder „Antenne 1“ oder der „SWR3“. Entweder sind die Macher dieser Sender wirklich allen Ernstes von der Bedeutung ihres absolut zweitklassigen Dudel-Pops überzeugt oder sie verdummen ganz bewußt die Zuhörer – hier kann sich jeder aussuchen, was paßt. Mich persönlich ärgert diese unselige Entwicklung jedenfalls, deren Anfang ich irgendwann nach der Jahrtausendwende veranschlage. Was ich vor allem moniere, ist die augenscheinliche Unfähigkeit vieler Musiker, eingängige, originelle Melodien zu schreiben. Was mich außerdem stört, ist dieses routinierte, absolut uninspirierte Heruntergenudel der Texte, ob das auf Englisch ist oder auf Deutsch. Auch hier: Originalität Fehlanzeige. Eigentlich wäre es die Aufgabe der Radiosender, gegenzusteuern, statt diesen seelenlosen Fließband-Pop unkritisiert über den Äther zu verbreiten. Daß diese Sender nichts dergleichen tun, spricht Bände. So wird das jedenfalls nicht mehr besser – im Gegenteil.

Wieso mich diese Entwicklung stört? Weil ich in den 60er- und 70er-Jahren aufgewachsen bin und damit den Vergleich habe. Die Jugend von heute kennt es – traurig genug – ja nicht mehr anders. Dagegen kommt sich meine Gitarrenschülerin – sie ist 22 – von der aktuellen Pop-Musik auch teilweise verdummt vor. Wie soll man Songtexte auch anders nennen, in denen man mit „Ah-ai, ah-ai“ oder „A-ha-ha-ha-ha“ konfrontiert wird, frei nach dem Motto „Schlimmer geht’s immer.“ Da nun aber die Radiosender ihre Schallarchive und damit den Zugang zur Musik von vor fünfzig, sechzig Jahren haben, können sie sich eigentlich nur schwer bis gar nicht damit herausreden, sie wüßten es nicht besser. Warum sie trotzdem nur diesen Schrott spielen – Ausnahmen bestätigen die Regel -, kann ich mir nicht erklären. Oder?

Weiterführender Link: Alle Beiträge zum Thema.

Dudel-Pop (3)

Bin heute bei meiner Nachbarin wieder mal mit SWR3 konfrontiert worden und frage mich ernsthaft, ob die denn nicht merken, was für ein substanzloses Gedudel sie über den Äther schicken. Ergo fühle ich mich bei diesem und vergleichbaren Sendern in der Region absolut nicht für voll genommen.

Eine Alternative für alle, die Black Music mögen, ist der Baden-Badener Internet-Sender SOULSTATION.

Weiterführender Link: Alle Beiträge zum Thema.

Dudel-Pop (2)

War heute morgen schon bei meiner Nachbarin zu Besuch. Im Radio natürlich – wie immer – das substanzlose Gedudel von SWR3. Ich meine, mir kann doch niemand erzählen, daß die Macher dieses Senders nicht wissen, was sie den Hörern da zumuten. Und – in Bezug auf den ebenfalls in Stuttgart beheimateten Sender „Die neue 107.7“: Es geht doch nicht, die 60er- und 70er-Jahre einfach – warum? – auszuklammern und dann zu behaupten, man/frau würde „besten Rock und Pop“ spielen. Was ist da nur los?

Weiterführender Link: Alle Beiträge zum Thema.

Ärgerlich (3)

Heute morgen wieder bei meiner Nachbarin, und im Radio wieder das übliche substanzlose Gedudel auf SWR3. Wie das so gekommen ist, frage ich schon gar nicht mehr; eine Antwort bekomme ich ohnehin nicht. So kann ich lediglich dieses Blog nutzen, um meinen Frust wenigstens etwas loszuwerden. Auch fühle ich mich von den diversen Moderatoren mit ihrem weichgespülten Happy-happy-Gelaber absolut nicht für voll genommen. Ein Trend der Zeit? Na ja, wäre halt schön, wenn sich das mal wieder ändern würde.

Weiterführender Link: Mein etwas längerer Beitrag „Der ‚Pop-Shop‘ und die Musik von heute“.

Verdummung

Also, nach meinem sehr kritischen Beitrag „Der ‚Pop-Shop‘ und die Musik von heute“ bin ich in meiner Einschätzung nur bestätigt, daß gerade die im Stuttgarter Raum befindlichen Radiosender wie „Die neue 107.7“ oder auch der SWR3 die Hörer mit dem, was sie da über den Äther schicken, absolut verdummen. Ich meine, man/frau kann einfach nicht die 60er- und 70er-Jahre ausblenden und dann sagen, man/frau würde „besten Pop und Rock“ spielen – sorry! Und: Nicht nur die Musik ist drittklassig, nein, auch die Moderation richtet sich anscheinend eher an unter Zehnjährige, so daß ich mich frage, wo da das Radio für intelligente Leute bleibt. Yep!

Der „Pop-Shop“ und die Musik von heute

Anno 1974 – ich ging damals ins Wirtschaftsgymnasium Tübingen – kam jeden Samstagnachmittag auf SWF3 die Oldies-Sendung des „Pop-Shop“ mit Moderatoren wie Peter Kreglinger, Günter Verdin, Frank Laufenberg u. a. Hier liefen – heute kaum mehr vorstellbar – Stücke wie das lange „April“ von Deep Purple und eben das, was man damals als „Oldies“ definierte. Ich hörte diese Sendung jeden Samstag an, wenn ich von der Schule nach Hause kam; die Oldies vom „Pop-Shop“ waren ein absolutes Muß. Ich erinnere mich auch noch an ein ausnehmend gut gestaltetes Radio-Feature über das eben herausgekommene Doppelalbum „Quadrophenia“ von den „Who“, das mir so gefiel, daß ich mir diese Platte – meine allererste – damals spontan kaufte.

Anno 2021 – ganze 47 Jahre später – hat sich die süddeutsche Radiolandschaft dramatisch verändert. Den SWF3 gibt es schon lange nicht mehr, seit der SWF aus Baden-Baden und der SDR aus Stuttgart zum SWR fusioniert haben, und auch der „Pop-Shop“ ist längst Geschichte. Moderator Frank Laufenberg – in der Zwischenzeit zur Radio-Legende geworden – hat zahlreiche Bücher zum Thema „Pop-Musik“ verfaßt, die nun teilweise Standardwerke sind. Stücke wie „April“ sind heutzutage – wegen ihrer Überlänge? – absolut nicht mehr vorstellbar. Statt dessen – wann diese unselige Entwicklung angefangen hat, kann ich nicht sagen, ich veranschlage sie jedoch irgendwann nach der Jahrtausendwende – praktisch nur noch substanzloser Dudel-Pop: keine Soli, keine Stücke in Überlänge, keine Live-Aufnahmen und schon gar keine Experimente. Statt dessen routiniert produzierter Pop am Fließband; die heutigen Stars gehen nur noch auf „Nummer sicher“.

Diese Musik wird – und da trifft meiner Meinung nach die Rundfunksender eine Mitschuld – gänzlich unkritisch über den Äther verbreitet, so, als ob es nichts anderes mehr gäbe. Stuttgarter Sender wie „Die neue 107.7“, „Antenne 1“ oder – am populärsten – der SWR3 spielen nur noch diesen Einheitsbrei – eine Musik ohne Höhen und Tiefen. Kritische Anmerkungen, wie sie zu „Pop-Shop“-Zeiten nicht ungewöhnlich waren, findet man heute vergebens. Ich erinnere mich noch, wie damals die „Pop-Shop“-Sprecher Bands wie „Sweet“ oder „Middle of the Road“ durch den Kakao zogen.

Was ist nun passiert?, könnte man fragen. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Gutheißen kann ich diese Entwicklung allerdings nicht. War die Moderation vom „Pop-Shop“ kritisch und witzig, richtet sie sich heutzutage anscheinend vor allem an unter Zehnjährige. Kritik ist ganz offenbar unerwünscht, Intelligenz Fehlanzeige. Dabei müßten es gerade die Moderatoren besser wissen – oder etwa nicht?

Weiterführender Link: Der inzwischen von Frank Laufenberg betriebene Internet-Sender „POPSTOP“.

Dudel-Pop

Photo by Ospan Ali on Unsplash

Wenn ich bei meiner Nachbarin zu Besuch bin, höre ich zwangsläufig SWR3. Das ist nun aber so ein absolut substanzloses Gedudel, daß ich mich ernsthaft frage, wie es soweit hat kommen können. Auf 107.7 dasselbe in Grün; dazu hier noch der imho penetrante Slogan „Die neue Hundertsieben-sieben“, wirklich nach jedem Stück. Das nervt.

Weiterführender Link: Radio-Legende Frank Laufenberg bei SR3.

Abgekupfert

Als ich heute morgen bei meiner Nachbarin war, lief kurz vor halb acht in der „Morning Show“ des SWR3 auf einmal ein Stück1, bei dem ich sofort dachte: Das kenne ich doch!, nur um gleich darauf zu realisieren, daß das Stück verblüffende Ähnlichkeit mit „Time of the Season“ (1968) von den Zombies hatte. War das am Ende etwa eine Cover-Version? Aber nein, bei näherem Zuhören wurde mir bewußt, daß die einfach bei den Zombies abgekupfert hatten, und zwar nicht zu knapp. Fällt denen denn heutzutage gar nichts mehr ein?, frage ich mich da im Stillen. Ich habe ja für mich die These aufgestellt, daß wir uns derzeit – und nicht nur in der Pop-Musik – in einem kreativen Tief befinden (seht dazu auch folgenden Beitrag).

1 Wie ich dank der Playlist der „Morning Show“ herausgefunden habe, handelt es sich bei dem fraglichen Stück um „Give It To Me Right“ (2009) von Melanie Fiona. Etwas mehr dazu habe ich hier (englisch) entdeckt. Dabei ist es m. W. durchaus legal, soundso viele Sekunden aus einem anderen Stück zu sampeln. Ich erinnere mich vage an einen Rapper, der den Anfang von „For What It’s Worth“ von Buffalo Springfield – ähem – „gesampelt“ hat. „Abgekupfert“ ist ja so ein böses Wort. 😉

06:30 Uhr

Angesichts der Tatsache, daß ich mir allmorgendlich im örtlichen „Rewe“ das imho absolut substanzlose Musikgedudel anhören muß, habe ich mir überlegt, ob ich dazu nicht mal einen kritischen Beitrag schreiben soll. Allein fehlt mir die Lust dazu; ergo nur dieser kurze Einwurf. Ich bin das Schreiben von kritischen Beiträgen momentan denn auch absolut leid. Ich kann – vielleicht – ein bischen Dampf ablassen; ändern tut sich aber leider nichts.

Auch bei SWR3, den meine Nachbarin immer hört, kommen z. T. (anscheinend „witzig“ gemeinte) Wortbeiträge, die vom (fehlenden) Niveau her anscheinend an Dreijährige gerichtet sind. Ich frage mich, wer für diese unselige Entwicklung verantwortlich ist. Wann machen diese Leute denn wieder intelligentes Radio für intelligente Leute?

→ Hörtip: „SOULSTATION“ bei laut.fm.