Gedanken zum heutigen Tag

Da seit Montag der Bäcker und Konditor Trölsch sein Café wieder geöffnet hat, war ich schon ein paarmal einen Cappuccino mit Sahne trinken. Ich bin auch zu dem Schluß gekommen, daß ich mein neuestes Relief doch rahmen lassen will, wei das auf den Monat umgerechnet nur knapp drei Cappuccinos sind, und das kann ich wirklich verkraften. Die Klientele um den Ludwigsburger Busbahnhof ist mir ehrlich gesagt alles anderen als sympathisch, insbesondere eine Gruppe von Männern, die da jeden Tag nachmittags auf einer bestimmten Bank sitzen und sich heruntersaufen. Ergo bin ich doch froh, wenn ich wieder in meinem Apartment bin. In absehbarer Zeit werde ich ja meinen Mini-Verstärker wiederbekommen, einen Nobels „Streetman 10“, der wider Erwarten doch noch funktioniert und in den ich mit Hilfe von Carlos vom Stuttgarter „American Guitar Center“ einen Bleigel-Akku eingebaut habe.

Als ich noch in Stuttgart gewohnt habe, habe ich ein paarmal auf der Königstraße bzw. dem Schloßplatz vor dem Kunstmuseum Straßenmusik gemacht, aber kaum etwas eingenommen. Die eine Brezel-Verkäuferin beim „Wittwer“ hat mich später immer wieder gefragt, ob ich denn mal wieder spielen würde, was ich jedesmal verneinen mußte. Jetzt, wo ich in Ludwigsburg wohne, wäre es auch zu kompliziert, mit Gitarre und Verstärker nach Stuttgart zu fahren; abgesehen davon habe ich mein „Wägelchen“ aus verchromtem Stahlrohr nicht mehr. Dafür kann ich dann aber bald mit meiner E-Gitarre im Innenhof neben unserem Apartmenthaus spielen.

Wieder offen?

„Holanka Bar“ © Copyright 2018 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

An sich poste ich hier ja nichts zu Corona. Da es jetzt aber so scheint, als ob die Gastronomie hierzulande wieder aufmachen würde, mache ich eine Ausnahme. Vorgestern war ich – ich wohne ja in Ludwigsburg – in Stuttgart beim Leisten-Heckmann, um einen Rahmen für ein Relief 1 zu bestellen, das ich 1995/96 gemacht habe und das ich meinem Neffen geben will. Zu meiner Überraschung war Herr Heckmann, der mich ganz freundlich bedient hat, immer noch der Inhaber. Wir haben uns dann – das Relief ist in Schwarz – für einen ebenfalls schwarzen Rahmen mit Schattenfuge und Silberrand entschieden. Nachdem ich wieder gegangen war, wollte ich – der Leisten-Heckmann ist in der Sophienstraße – in einem Café in der nahegelegenen Christophstraße einen Cappuccino trinken. Die junge Frau, die dort bedient hat, hat mir jedoch gesagt, ohne Impfbescheinigung oder Test könnte ich nicht dableiben. Und: Sie hat mich an eine Teststation in der Tübinger Straße ganz in der Nähe verwiesen. Nachdem ich mich dort aber angestellt hatte und mir nach etwa fünf Minuten klar geworden war, daß ich bestimmt eine Viertelstunde würde warten müssen, bin ich kurzerhand wieder gegangen. Nun hoffe ich, daẞ auch hier in Ludwigsburg die Gastronomie wieder aufmacht, so daß ich mal mit meiner Nachbarin beim Bäcker und Konditor Trölsch einen Kaffee trinken kann. Außerdem würde ich mich freuen, wenn der „Blaue Engel“, der direkt neben der Filmakademie liegt, wieder aufmachen würde und wir vom Blender-Meetup uns mal wieder dort treffen könnten.

1 Bei diesem Relief handelt es sich um eine MDF-Platte 30 x 40 cm, auf die ich Molto Fill aufgespachtelt und dann modelliert habe. Anschließend habe ich das Ganze mit Acrylfarbe – Schwarz und Dioxazin-Purpur – übermalt. Zu den Bildern, die ich in dieser Zeit – 1995/95 – gemalt habe, seht bitte auch folgenden Beitrag.

Bettler

Bis vor ungefähr zwei Wochen saß in der Ludwigsburger Myliusstraße eine rumänische Bettlerin, der ich immer etwas gegeben habe. Das ging sogar so weit, daß ich mir überlegte, ihr irgendwie zu helfen, weil sie mir sympathisch war. Dann war sie ca. zwei Wochen nicht da, bis ich sie vorige Woche wieder habe beim Trölsch sitzen sehen. Heute aber war sie nicht allein; sie saß mit einem etwas dubios aussehenden Mann zusammen, der in der Hand lauter 5-Euro-Scheine hatte. Das ist also doch eine Bettlerbande, dachte ich mir. Als Konsequenz gebe ich dieser Bettlerin nun nichts mehr.; ich brauche mein Geld auch für wichtigere Dinge.

11:21 Uhr

War gerade einkaufen und beim Trölsch frühstücken. Obwohl ich dort seit Jahren Stammkunde bin, sind die Bedienungen nicht besonders freundlich. Draußen die eine Bettlerin, wie ihre Kollegin auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit nackten Füßen.

Habe – erst mal für mich – eine Übersicht über die von CinePaint unterstützten Dateiformate (ich zähle 23) geschrieben, bin aber noch nicht fertig. Neben den gebräuchlichen Formaten wie PNG, TIFF oder JPG sind auch Kodak Cineon bzw. DPX – was im Prinzip fast dasselbe ist – sowie FITS, ein Dateiformat, das von der NASA verwendet wird, darunter. Ich dachte eben, so eine Übersicht könnte für den einen oder anderen nützlich sein.

07:46 Uhr

War beim Trölsch, frühstücken. Auf dem Hin- und Rückweg habe ich „Keep On Chooglin'“ von Creedence Clearwater Revival gehört. In der Myliusstraße wieder diese Bettlerin ohne Schuhe. Die Bedienungen beim Trölsch überschlagen sich auch nicht gerade vor Freundlichkeit. Sie sind nur dann freundlich, wenn sie untereinander reden. Na ja.

Über Kaffee

„Hochland“-Kaffeetasse. Foto von mir.

Für mich bei meiner Arbeit am Computer essentiell: Kaffee. Wie ich hier schon ab und an geschrieben habe, gehe ich jeden Morgen zum Bäcker Trölsch hier in Ludwigsburg, einen Cappuccino mit Sahne trinken und dazu ein mürbes Hörnchen essen. Als ich 2014/15 in Stuttgart-Vaihingen gearbeitet habe, war da ein Bäcker in der Nähe, der – für eine Bäckerei-Kette eher die Ausnahme – den ausgezeichneten österreichischen Kaffee Daniel Moser hatte. Ich wollte mir im Online-Shop schon eine Packung bestellen, aber € 15,- Versandkosten nach Deutschland waren mir dann doch zuviel.

Weiterführender Link: Die Seite „Die Top 6 der traditionellen Kaffeehäuser in Wien“.

07:35 Uhr

War schon – wie jeden Morgen – beim Trölsch, frühstücken. Auf dem Weg zum Rewe kam ich an der Bettlerin vorbei, die dort jeden Morgen sitzt. Sie hatte (aus taktischen Gründen?) ihre Schuhe ausgezogen. An sich tun mir die Bettler leid (ok, einige jedenfalls), aber seit ich gesehen habe, wie ein Mann bei einer Bettlerin abkassiert hat, gebe ich denen nichts mehr. Das sind ganz offensichtlich Bettelbanden aus Osteuropa. Auf dem Hin- und Rückweg habe ich (in Endlosschleife) „Samba Saravah“, gesungen von Pierre Barouh, gehört. Diese Samba ist Teil des Soundtracks von „Un homme et une femme“ (1966) von Claude Lelouch, mit Jean-Louis Trintignant und Anouk Aimée in den Hauptrollen.