Zum Kosovo-Krieg

Am Abend des 24. März 1999 griff einen Allianz aus NATO-Kräften im Rahmen der Operation „Allied Force“ den Kosovo an. Zu diesem bis heute umstrittenen, weil nicht durch ein UN-Mandat gedeckten Eingreifen habe ich gleich mehrere Artikel entdeckt. Auf der Seite des „Deutschlandfunk“ ist „Der Tag, an dem die NATO eingriff“ zu finden.

Zitat:

„Auf jeden Fall war die Bombardierung völlig unnötig, besonders wenn man ihre Begründung berücksichtigt. Sie wissen selbst, dass diese ganze Kampagne keine Genehmigung der Vereinten Nationen hatte. Es ist bedauernswert, dass die 19 mächtigsten NATO-Länder ein kleines Serbien angreifen und hoch vom Himmel aus bombardieren, wo sie sie weder sehen noch hören können und nichts haben, womit sie sich verteidigen können.“–Ein ehemaliger, namentlich nicht genannter Berufsoffizier via „Deutschlandfunk“

Ein weiterer Artikel auf der Seite des MDR ist „Wie es zum Krieg im Kosovo kam“ betitelt.

Zitat:

„Am 24. März 1999 begannen die Luftangriffe der Nato auf die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro), die bis zum 10. Juni dauerten. Die Nato koordinierte ihre Aktionen im Kosovo mit der UCK1.“–Andrej Ivanji

Und noch – diesmal auf der Seite der „Süddeutschen“ – ein Artikel, der die Völkerrechtsproblematik dieses Einsatzes beleuchtet.

Zitat:

„Die Charta der Vereinten Nationen erlaubt Gewalt zwischen Staaten nur in zwei Fällen: zur Selbstverteidigung und nach einer Billigung durch den Sicherheitsrat. An beidem fehlte es in Kosovo, das seinerzeit zu Serbien gehörte.“–Stefan Ulrich

1 Die UCK (Kosovo-Befreiungsarmee) war von der NATO zuerst als Terroristen eingestuft worden.

Leere Worte

Auf der Website der Bundesregierung heißt es anläßlich des aktuellen Podcasts der Kanzlerin Angela Merkel zum 75-jährigen Bestehen der UNO:

„Kanzlerin Merkel ruft die internationale Gemeinschaft zu verstärkten Anstrengungen auf, um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 umzusetzen. Es gehe darum, ‚weltweit die Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben zu schaffen‘, so Merkel in ihrem aktuellen Podcast anlässlich der Generaldebatte der Vereinten Nationen.“—Bundesregierung

Das geht aber – was die Kanzlerin eigentlich wissen müßte – nicht, ohne die globalen Herrschafts- und Besitzverhältnisse zu ändern. Was sagt und das Obige also? Heiße Luft – mehr nicht.