Gedanken zum Tag

Da ich ja immer nachfrage, bevor ich fremde Bilder poste und ich ein Still aus „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) posten wollte, habe ich mich an die Everett Collection gewandt bzw. wollte mich dort registrieren. Auf eine Nachfrage hin mußte ich aber gestehen, daß ich mir Beträge von hunderten von Dollars für ein einziges Bild nicht leisten kann.

Ok, was lernen wir daraus? Es wird Bloggern so eben extrem schwer gemacht, copyright-geschütztes Material zu posten. Ich persönlich stelle nach meinen diesbezüglichen Erfahrungen der letzten Jahre auch den momentan vorherrschenden Copyright-Begriff massiv infrage, der zeitgenössische Kunst schützt, während andererseits – um nur ein Beispiel zu nennen – die „Sternennacht“ von van Gogh per KI ungestraft verhunzt werden darf. Ich nenne so etwas Doppelmoral, und meiner Ansicht nach ist gerade in Anbetracht der Möglichkeiten des Internets eine Neufassung des Copyright-Begriffs überfällig.

Kathryn Isabelle Lawrence: „AI & Art“

Auf der Suche anch einem coolen Open-Souce-Projekt, das noch Grafiker sucht, bin ich auf den interessanten Vortrag „AI & Art“ von Kathryn Isabelle Lawrence gestoßen, den ich hier mal empfehlen möchte. „AI“ (oder deutsch „KI“) ist ja anscheinend schwer im Kommen, und ich vermute, wenn man „KI“ im Bereich Computergrafik einsetzt, werden wir aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Nicht lustig finde ich es jedoch, wenn da beispielsweise die – nicht mehr copyright-geschützte – „Sternennacht“ von van Gogh verhunzt 1 wird. Sorry, aber das muß wirklich nicht sein. 🙁 Da zeigt sich m. E. auch, wie absolut schizophren der derzeitige Copyright-Begriff ist. Mit aktueller Kunst dürfte man/frau das nicht machen, da gäbe es einen Aufstand.

1 Seht dazu auch hier.

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Gedanken zu später Stunde“.

Sehnsucht nach Paris

„Sortie“ © Copyright 2018 by Claus Cyrny. Alle Rechte vorbehalten.

Obwohl ich, abhängig von meiner finanziellen Situation, dieses Jahr bzw. nächstes Jahr im Frühling eigentlich nach London wollte, habe ich Paris nicht aus den Augen verloren. Als ich im September 2018 zum letzten Mal da war, habe ich in einem kleine Hotel nahe des Gare de Lyon gewohnt. Ich war – sollte man in Paris imho zumindest einmal gemacht haben – am Eiffelturm, dann am Grab von „Doors“-Sänger Jim Morrison auf dem Friedhof Père Lachaise, in Saint-Germain-des-Prés, auf der Seine und natürlich in einem stilechten Pariser Straßencafé. Abends bin ich am Ufer der Seine entlangspaziert und habe die jungen Leute dort beobachtet. Was ich nicht geschafft habe, war beispielsweise das Musée d’Orsay, in dem ein sehr schönes – für mich das schönste – Selbstportrait von van Gogh hängt. Dafür war ich aber im (berühmten) Café „Les Deux Magots“, eben in Saint-Germain-des-Prés. Eigentlich wollte ich ins in den Fünfzigerjahren von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir frequentierte „Café de Flore“ ganz in der Nähe, aber da war es zu voll. Vielleicht nächstes Jahr.

P. S.: „Sortie“ heißt übrigens „Ausgang“.

Ein paar Links zum Thema „Fotografie“

Vincent van Gogh: „Selbstportrait“

Das hier abgebildete Selbstportrait Vincent van Goghs stammt aus dem Jahre 1889 und befindet sich augenblicklich im Pariser Musée d’Orsay. Dies ist denn auch mein persönlicher Favorit unter den Selbstportraits, die van Gogh hinterlassen hat. Der Maler präsentiert sich hier selbstbewußt vor einer wirbelnden Aureole aus gebrochenem Blaugrün. Charakteristisch auch die prägnanten Pinselstriche.

Vincent van Gogh: „Selbstportrait“. Musée d’Orsay. Copyright erloschen.