Verkehrswende?

Auf der Seite der „Zeit“ findet sich ein Kommentar von Sören Götz mit dem Titel „Die Grünen haben die Verkehrswende geopfert“.

Zitat:

„Ohne Verkehrswende ist das 1,5-Grad-Ziel kaum zu schaffen.“–Sören Götz

Ich meine, das war ja von der FDP nicht anders zu zu erwarten. Dieselfahrer schonen, Benzinfahrer schonen – ich habe irgendwie das Gefühl, ich bin im falschen Film. Dazu paßt sehr gut folgendes Zitat.

Inkonsequent

Obwohl es im Koalitionsvertrag der Ampel heißt, daß man abrüsten wolle (S. 145), lese ich bei der „Zeit“:

Zitat:

„Von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung, wie in der Nato vereinbart, ist zwar nicht direkt die Rede, aber drei Prozent sollen „in internationales Handeln investiert“ und damit auch die „in der Nato eingegangenen Verpflichtungen erfüllt“ werden – da ist durchaus Spielraum für Zoff, wenn es tatsächlich ums Geld geht.“–Katharina Schuler, Tilman Steffen, Zacharias Zacharakis, Tina Groll, Carsten Luther, Eike Kühl, Sören Götz und Lenz Jacobsen

„Internationales Handeln … „. Fragt sich, was genau damit gemeint ist. Hoffentlich bezieht sich das nicht auf den Verteidigungshaushalt.

Positives Zeichen

Erst jetzt von mir entdeckt: ein Artikel vom 25.08.2021 bei der „Zeit“.

Zitat:

„Bahnchef Richard Lutz und die übrigen Konzernvorstände verzichten auf Boni für das Jahr 2021. Das geht aus einem Schreiben des Vorstands an Aufsichtsratschef Michael Odenwald hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.“–dpa

Weiterführender Link: Mein Beitrag „Bahnfahren wird teurer“.

Schlaflos in Ludwigsburg (21)

Bin heute bereits gegen vier Uhr morgens aufgewacht und habe mir u. a. den lesenswerten Artikel „Mack Brazel Reconsidered“ durchgelesen, der den berühmten Roswell-Fall von 1947 beleuchtet.

Zitat:

„As he was leaving, Brazel turned and said, ‚You know how they talk about little green men? Well, they weren’t green.'“– Carey, Schmitt

Habe mir, da die Tchibo-Filiale bereits zu hatte, einen „Senseo“-Kaffee gekauft und mir um diese frühe Zeit einen Milchkaffee gemacht.

Habe gelesen, daß die renommierte „Zeit“ ebenfalls zur Holtzbrinck-Gruppe gehört.

Wikipedia

Auf einen Artikel bei der „Zeit“ hin, in dem es um die Erfahrungen eines sogenannten Sichters bei der Wikipedia geht, habe ich der betreffenden Redaktion eine Email1 geschrieben:

„Guten Tag,

Sie schreiben in dem Artikel „Wie es wirklich ist … einen Wikipedia-Eintrag zu verteidigen“ meiner Ansicht nach viel zu positiv über Sichter. Meine Erfahrung ist, daß sich da anonyme Leute arrogant und selbstherrlich Artikel regelrecht „angeeignet“ haben und alles, was ihnen nicht in den Kram paßt, mit fadenscheinigen Begründungen (wenn überhaupt) wieder löschen. Deshalb mag ich die Wikipedia nicht besonders und verlinke auch nicht mehr zu Wikipedia-Einträgen.

mfg,

C. Cyrny“

Ich meine, es kann ja sein, daß das nicht generell gilt, aber so sind jedenfalls meine Erfahrungen. Summa summarum sind kontroverse Artikel zu einem bestimmten Thema bei der Wikipedia nicht gut aufgehoben. Ich habe die Arroganz dieser Leute, die sich hinter ihrer scheinbaren Anonymität verstecken, schon mehr als einmal erfahren müssen – deshalb auch dieser Beitrag.

1 Wie ich das schon des Öfteren erfahren mußte, kam auf diese kritische Email keine Antwort.

Desillusioniert

Gerade die aktuell laufenden Koalitionsverhandlungen der wahrscheinlich kommenden Ampel-Koalition1 haben mir so ziemlich den Rest meiner Illusionen genommen, daß politische Parteien das Ruder unserer Gesellschaft herumreißen könnten. Es wird mir in der Politik auch viel zuviel taktiert, geheuchelt und gelogen. Imho kann die Wende nur von unten – von den Menschen auf der Straße – kommen.

1 In einem der Kommentare zu folgendem Artikel bei der „Zeit“ sind evt. Neuwahlen angeklungen. Vielleicht wäre das nicht einmal das Schlechteste.

Kostenloser ÖPNV – ein Kommentar

Ein Zitat aus dem Artikel „Kostenloser ÖPNV – und die Stadt verdient daran“1 in der „Zeit“:

„Das Ziel, Autofahrern öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft zu machen, erreichen sie damit nicht“, schränkt Cats ein. Die Zahl der Autofahrer, die wegen des kostenlosen Nahverkehrs umgestiegen sei, sei marginal. Es führen einfach mehr Menschen mit Bus und Tram, die vorher zu Fuß gegangen seien. Und im Hinblick auf die Diskussion in Deutschland fügt der Verkehrsforscher hinzu: „Einen wirklichen Effekt auf die Menge an Schadstoffen, die von Autos ausgestoßen werden, gibt es auch in Tallinn nicht.““–Benedikt Schulz

Imho müßte als flankierende Maßnahme der Autoverkehr in den Innenstädten deutlich reduziert werden, indem man z. B. an der Peripherie der City kostenlose Parkhäuser für die Pendler einrichtet. Gerade in Stuttgart mit seiner Kessellage und der damit verbundenen schlechten Luft könnte das ein Ansatz sein – wenn da nicht die gerade hier starke Autolobby (Daimler-Benz, Porsche, Bosch als Zulieferer) wäre.

In der „Stuttgarter Zeitung“ lese ich, daß einer IHK-Studie zufolge Stuttgart an Attraktivität verliert. Was wäre aber, wenn Stuttgart zu einer Vorzeige-Ökostadt umgebaut würde? Schließlich haben wir eine grüne Landesregierung. Nur: Der CDU-Oberbürgermeister Nopper sperrt sich ganz offensichtlich gegen solche Vorschläge. Jeder will auf einmal ökologisch sein, aber wenn’s um das konsequente Umsetzen geht, wird gemauert, und das können wir uns einfach nicht mehr leisten. Was wir hier brauchen, ist ein Paradigmenwechsel.

1 Es geht hier um den kostenlosen ÖPNV in Tallinn in Estland.