Intuitives Arbeiten im Gimp

Yep, im Gimp – ich habe 2.10.18 und 2.10.24 installiert – ist intuitives Arbeiten möglich. Man/frau muß sich – was offenbar nicht allen liegt – nur lange genug mit diesem Programm beschäftigen. Ein Plus ist dabei, daß praktisch für jede Funktion ein Tastaturkürzel (engl: shortcut) definiert werden kann. Das hilft bei der Arbeit ungemein. Darüber hinaus sind die Funktionen redundant angelegt und können auf mindestens drei verschiedenen Wegen aufgerufen werden: Über die Fensterleiste ganz oben, per Rechts-Klick und dann natürlich über die bereits erwähnten Tastaturkürzel.

Und wem das nicht genügt: Man/frau kann das Interface des Gimp weitreichend konfigurieren (geht über Bearbeiten > Einstellungen > Oberfläche). Neben 24 Möglichkeiten, das Theme zu wählen, bietet der Gimp jetzt auch einen Einfenster-Modus, den ich jedoch nie benutze, da ich ihn als relativ unflexibel empfinde. Das sind dann 48 Möglichkeiten. Es ist sogar möglich, einzelne Icons bzw. Icon-Gruppen im Werkzeugkasten ein- bzw. auszublenden (geht über Bearbeiten > Einstellungen > Oberfläche > Werkzeugkasten).

Dann sind da noch die Reiter bzw. Docks, die intuitives Arbeiten ebenfalls unterstützen. Reiter können dem betreffenden Fenster hinzugefügt oder wieder gelöscht werden. Sie können auch à la Photoshop einfach als unabhängige Fenster auf den Desktop gezogen werden. Und: Sämtliche Funktionen des Gimp können mittels der Script-Sprache Script-Fu automatisiert werden.

Zum Abschluß fällt mir noch ein alter Zen-Spruch ein:

„Beobachte zehn Jahre lang Bambus, werde zum Bambus, vergiß dann alles und – male.“—Quelle unbekannt

Zen

Nachdem mir mein damaliger Gitarrenlehrer – das war 1978 – das im übrigen sehr empfehlenswerte Buch „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ von Eugen Herrigel empfohlen hatte, begann ich in der Folge, mich immer mehr für Zen-Buddhismus zu interessieren und las auch die wichtigsten Publikationen zu diesem Thema. Empfehlen könnte ich beispielsweise neben dem obengenannten Buch die beiden Bücher von Gerta Ital („Der Meister, die Mönche und ich“ sowie „Mein Weg zu Satori“), die beide jedoch vermutlich nur noch gebraucht zu haben sein werden.

Robert M. Pirsig: „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“

Foto: Katie Moum auf Unsplash.

Wen man/frau sich mit Computergrafik und Kunst beschäftigt – zu der ja auch die Fotografie gehört -, dann wird man/frau auch beinahe zwangsläufig mit dem Begriff “Qualität” konfrontiert, also mit der Frage, was gut oder schlecht ist. Der Amerikaner Robert M. Pirsig hat über dieses Thema ein ganzes Buch geschrieben, und zwar das 1978 auf Deutsch im S. Fischer-Verlag erschienene “Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten”. Wer nun aber – wie in dem Buch “Zen in der Kunst des Bogenschießens” von Eugen Herrigel etwa – mit einer Abhandlung zum Thema “Zen-Buddhismus” rechnet, wird enttäuscht werden.

Die Rahmenhandlung bildet eine vom Autor, seinem Sohn und einem befreundeten Ehepaar quer durch die USA unternommene Motorrad-Tour. Nun fließen in die Beschreibung dieser Tour aber immer wieder philosophische Betrachungen des Autors mit ein, die oft um den Begriff “Qualität” kreisen. Neben dieser ersten Erzählebene gibt es aber noch eine zweite, in der wir einem gewissen Phaidros begegnen, der an der Universität in Bozeman, Montana als Englischlehrer angestellt ist. Dieser Phaidros – so nennt ihn der Autor jedenfalls – verfolgt geradezu manisch den Gedanken, was denn nun Qualität sei und ob man sie definieren könne.

Ich will hier nicht die ganze Geschichte erzählen und die Beziehung, die der Autor zu diesem Phaidros hat, aufklären, sondern dieses Buch, das ich mir damals im Erscheinungjahr gekauft habe, all’ denen empfehlen, die auch etwas anspruchsvollere, dabei kurzweilig geschriebene Literatur suchen.